Startschuss für Aktionsmonate gegeben

Die DIDF- Jugend hat den Startschuss für ihre Aktionsmonate unter dem Motto „Werd´ laut in deiner Stadt“ gegeben. Die Kampagne wurde auf der Bundeskonferenz beschlossen. Bereits im Vorfeld hatte es auf der Homepage der Migrantenjugendorganisation ein Countdown- Video gegeben, in dem verschiedene Ortsgruppen der DIDF- Jugend zu sehen sind, die von zehn herunter zählen. Das Video endet mit dem Satz „Bald auch in deiner Stadt“. Nun ist die Kampagne auch offiziell gestartet.

Die vier Hauptthemen von „Werd´ laut in deiner Stadt“ sind Wohnungsnot, soziale Kürzungen, Rassismus und Freizeitgestaltung der Jugendlichen in den Stadtteilen. Vier Themen, von denen vor allem Jugendliche stark betroffen sind. Dies hat sich auch in den Workshops der DIDF-Jugend gezeigt, die bereits stattfanden, um einen Ideenaustausch für Aktionsmöglichkeiten und inhaltliche Auseinandersetzung mit den Themen zu erzielen. Wohnungsnot ist besonders ein Problem, von dem Studierende betroffen sind. Weil sie in ihrer Stadt entweder keine Universität haben oder auch ihr NC nicht für das gewünschte Studium reicht, müssen sie oft in eine andere Stadt umziehen. Das bringt viele Probleme mit sich. Unter anderem heißt es eine Wohnung zu finden und diese Wohnung am besten auch finanzieren zu können. Wenn man das vergangene Semester anschaut, sieht man, dass das nicht immer so einfach ist. Es gab Studierende, die täglich bis zu 6 Stunden pendelten, in der Aula schlafen mussten oder komplett auf den Studienplatz verzichteten. So wäre das Thema Wohnungsnot sicherlich nicht zuletzt ein Betätigungsfeld für Aktivitäten an und in Universitäten.

Rassismus ist ein Problem, das immer aktuell ist. In Köln z.B. verbreitet Pro Köln seit Jahren ihre Hasstiraden. In Hamburg und anderen Städten sind es die Flüchtlinge, gegen die gehetzt wird und in Städten, wie in Mannheim, werden Roma und Sinti zu Sündenböcken gemacht. Rassismus jeder Art muss direkt da bekämpft werden, wo er entsteht. In den Stadtteilen, wo sich die Jugendlichen aufhalten, werden sie Diskriminierungen ausgesetzt und man versucht, sie aus ihrem Lebensraum zu vertreiben. Doch diese Gesellschaft ist nur vollständig mit all ihren Farben, Nationalitäten und Religionen. Deshalb ist es eine Verpflichtung, gegen den geschürten Rassismus in unseren Städten laut zu werden.

Soziale Kürzungen in allen Kommunen und Städten betreffen direkt den Alltag eines jeden Jugendlichen. Während es vor einigen Jahren noch in verschiedenen Stadtteilen Freizeitangebote, Jugendzentren und Schwimmbäder gab, wurden diese immer öfter geschlossen. Heute finden wir, wenn überhaupt, überteuerte Schwimmbäder, Fitnessstudios oder einfach nur geschlossene und leer stehende Räumlichkeiten in vielen Stadteilen. Jugendliche aus sozial schwachen Familien, also Arbeiterkinder, haben keine andere Alternative, als ihre Zeit draußen an der Tankstelle oder in öffentlichen Parks zu verbringen. Aber nicht nur diese Art von Kürzungen findet statt, sondern auch die Fahrpreise für öffentlichen Verkehrsmittel oder Eintrittspreise werden immer teurer, gegen die man sich lautstark stellen muss.

Nicht unabhängig von dem letzten Punkt ist das vierte Schwerpunktthema der Kampagne: Die Freizeitgestaltung. Die Kürzungen beeinflussen die Freizeit der Jugendlichen. Sie haben keine Angebote in ihren Stadtteilen. Darüber haben sich die meisten Orte der DIDF-Jugend Gedanken gemacht und haben jetzt viele Pläne, was die Stadtteilangebote angeht. Alternativen schaffen, den Stadtteil bereichern und laut werden, heißt es auch hier.

Jeder Ort hat seine eigenen Probleme, die es nun gilt, anzupacken. In der nächsten Zeit wollen die Jugendlichen auch in der Lokalpolitik mitarbeiten und an jene ihre Forderungen stellen. In den letzten zwei Wochen gab es in mehreren Innenstädten Flashmobs  oder andere Aktionen. In erster Linie ist es der DIDF-Jugend wichtig, die betroffenen Jugendlichen selbst zu aktivieren und zum Mitmachen zu bewegen. Daher ist es besonders wichtig für die Aktionsmonate, verschiedene Verbände und Organisationen in diese Themen mit einzubeziehen.

Nun liegt es an den Ortsgruppen der DIDF- Jugend die Probleme in den Städten zu erkennen und mit anderen Organisationen und Vereinen kreative Veranstaltungen und Aktionen zu starten. Immer mit dabei: Eine Kamera, damit auch andere alles auf der Homepage www.didf-jugend.de verfolgen können.

 

Cigdem Ronaesin