Die aggressive Werbestrategie der Bundeswehr

Die Bundeswehr engagiert sich seit Ende der Wehrpflicht mehr, um Nachwuchs zu bekommen. Die Karriereberater der Bundeswehr haben im vergangenen Jahr etwa 8700 Vorträge an deutschen Schulen gehalten, in dem sie die Bundeswehr bzw. den Krieg schön geredet haben. Insgesamt haben also etwa 189.000 Schülerinnen und Schüler die Propaganda der Bundeswehr mitbekommen. Die Zahlen konnte die Bundesregierung als Antwort auf eine Anfrage der Links-Fraktion im Bundestag bekannt geben.

Zusätzlich zu den Schulvorträgen konnten die Karriereberater Jugendliche auf 600 Ausstellungen, Jobmessen, Projekttagen oder ähnlichen Veranstaltungen ansprechen, dabei erreichten sie rund 96.000 Jugendliche. Des Weiteren haben 300 Truppen- und Kasernenbesuche stattgefunden, an denen rund 13.700 Jugendliche und 260 Lehrer teilgenommen haben.

Die Bundesregierung begründete dieses aggressive Engagement der Bundeswehr mit der „Informationspflicht sowie den Informationsbedürfnissen der Schulen zu sicherheitspolitischen Themen im Rahmen der politischen Bildung“. Obwohl die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) immer wieder die Bundeswehr wegen ihres Einsatzes an Schulen kritisiert, wird diese Kritik einfach ignoriert.

Doch glücklicherweise haben sich in Deutschland mehrere Schulen für „militärfrei“ erklärt. Es kam soweit, dass zwei Schulen im vergangenen Jahr mit dem alternativen Aachener Friedenspreis ausgezeichnet wurden. „Wir wollen den Mut und die Courage der Schülerinnen und Schüler, der Eltern, Lehrerinnen und Lehrer mit dem Aachener Friedenspreis 2013 würdigen und gleichzeitig ein Signal gegen den Mainstream der Militarisierung in unserer Gesellschaft setzen“, heißt es in der Begründung der Jury.

Um der Bundeswehr die Wege in den Schulen zu sperren, organisieren sich viele Schülerinnen und Schüler in den SchülerInnen-Vertretungen. Es gibt seit 2011 eine Kampagne „Bundeswehr raus aus den Schulen“, die verschiedene Jugendverbände unterstützen. Ob Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer oder Eltern, die nicht mit der Kriegspropaganda einverstanden sind, können sich in den Schulen der Bundeswehr entgegenstellen.