Kreativität zahlt sich auf YouTube aus

Mit über drei Millionen Abonnenten sind Y-Titty die erfolgreichsten YouTuber Deutschlands und können von ihren Einnahmen im Internet mittlerweile gut leben. Die drei Jungs parodieren bekannte Lieder, machen ganz viel Blödsinn und haben bereits eine große Deutschlandtour hinter sich. Ihre Fans sind sehr treu; sie haben es sogar geschafft, ihren Idolen per Online-Voting den wichtigsten deutschen Musikpreis, den Echo, zu sichern. Was als Nebenbeschäftigung in der Freizeit begann, wurde zu einer „erstklassigen“ Karriere. Die YouTube Dummies (Y.T.D.) – wie sie sich anfangs nannten – wurden durch ihre Videos zu Stars. Man hört sie im Radio, wenn sie sich gerade wieder einmal über ihre eigene Generation lustig machen. Die Jungs sprechen den Teenies buchstäblich aus der Seele: In ihrem Song „Hashtag“ veranschaulichen sie Alltagssituationen, die jedem Jugendlichen bekannt sind. Sie sind jung, sie sind hysterisch und sie sind verdammt gut drauf. Das färbt natürlich auf ihre Zuschauer ab.

 

Eine solche Karriere zu machen, und dann auch noch auf YouTube, wo jeder jederzeit etwas hochladen kann, ist jedenfalls kein Kinderspiel. Immerhin sind die Jungs von Y-Titty seit 2006 damit beschäftigt, auf ihrem Kanal mehrmals die Woche mehr oder minder „unterhaltsame“ Videos hochzuladen. Ein Riesenerfolg von heute auf morgen? Nein. Das bleibt selbst in Zeiten des scheinbar grenzenlosen und blitzschnellen Internets ein Traum. Von Video zu Video steigt die Reichweite, man verbessert die technische Qualität, der Inhalt des Kanals wird immer klarer. Eine gute Videoqualität und eine spannende Idee sind die wichtigsten Voraussetzungen für ein tolles Zuschauererlebnis. YouTuber wie Y-Titty hoffen auf positive Bewertungen und viele Klicks. Deshalb gilt die Logik: „Was außergewöhnlich ist, bleibt im Kopf. Was im Kopf bleibt, ist gut.“ Die Einstellung ist zwar nicht immer berechtigt, aber in diesem Falle anscheinend genau passend.

 

Die Plattform YouTube lebt davon, dass die jungen Videomacher alles hochladen können, ohne von bestimmten inhaltlichen Vorgaben für ihre Videos eingeschränkt zu werden. Und je mehr Klicks, desto mehr Werbeeinnahmen. Also ist das Prinzip von YouTube: Je provokanter, desto mehr Reichweite! Der Unterschied zum gewöhnlichen Fernsehen ist die Echtheit und Glaubwürdigkeit der Videos – jeder kann Regisseur spielen und seiner Kreativität freien Lauf lassen. Nicht umsonst ist es jedem erlaubt, sich in Sekundenschnelle einen eigenen Kanal zu erstellen und Videos aller Art hochzuladen. Natürlich gibt es Richtlinien, die jeder beachten muss, zum Beispiel sind rechtswidrige Inhalte nicht erlaubt. Aber abseits dessen hat jeder dieselbe Chance. Und das macht YouTube aus; eine lebendige, vielfältige Plattform, die es jungen Leuten ermöglicht, mit ihren Ideen bekannt zu werden.

 

Die Vielfalt an Themen macht die Plattform interessant. Was weg ist, ist weg – oder Sendung verpasst? Das gibt’s auf YouTube nicht. Alle Videos können beliebig oft geschaut, heruntergeladen und bewertet werden. Teilen, weitersagen, Freunde markieren – so kann es dazu kommen, dass ein Video blitzschnell von mehreren tausend Leuten gesehen wird. Leider kommt es auch nicht selten vor, dass unerwünschte Videos sich schnell verbreiten und auf Kosten von einzelnen „gelacht“ wird. Immerhin kann man auch über YouTube im Anonymen mobben und Unwahrheiten oder intime Geheimnisse verbreiten. Auf keiner anderen Plattform kann man so einfach seine Meinung zu einem Video äußern wie auf YouTube. Die Nähe zum Videomacher ist unglaublich groß. Interessante Kanäle lassen sich ganz einfach durch einen Klick kostenlos abonnieren. So bekommt man immer mit, wenn neue Videos eines bestimmten Kanals online sind. Das stärkt die Gemeinschaft, denn wenn man Zuschauer dazu bringen kann, sich auf das nächste Video zu freuen, dann hat man bereits sehr viel geschafft.

Su Odabasi