Sternenzeit: Wir haben das Sagen!

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In drei Regionen Deutschlands fanden über Pfingsten vom 6. bis 9. Juni, die alljährlichen Sternencamps der DIDF-Jugend statt. Sterne, so nennt der politische Jugendverband seine kleinen und heranwachsenden Mitglieder zwischen 10 und 14 Jahren.

 

Insgesamt über 170 Sterne kamen im Süden in Obersteinbach, in Nordrhein-Westfalen in Simmerath und im Norden in Schierke am Brocken zusammen. Das Motto aller Camps:  „Werd‘ laut in deiner Stadt“. Die Sternencamps sind mittlerweile zu festen und jährlichen Aktionen der DIDF-Jugend in ganz Deutschland geworden. Bereits über Ostern hatte in Berlin das erste Sternencamp stattgefunden, auch mit dem gleichen Motto. Die Teilnehmerzahlen und das allgemeine Interesse zeigen einen deutlichen Trend: immer mehr Kinder und Heranwachsende möchten ihre Ferien alternativ mit Spielen und Spaß verbringen und dabei auch etwas lernen. Und wo könnte man das besser, als in den Sternencamps der DIDF-Jugend? Zahlreiche engagierte Jugendliche boten Seminare zu Themen, wie „Krieg& Frieden“, „Rassismus& Flüchtlinge“, „soziale Netzwerke“, „Freizeitgestaltung“, „Bildung“ oder „politische Ökonomie“, an, bei denen die Sterne ihre eigenen Vorstellungen erarbeiten und ihre eigenen Ideen einbringen konnten. Denn genauso wichtig, wie die Themen der Seminare selbst, ist auch die pädagogische Übermittlung der Inhalte. So werden die Themen eher selten nur als reine Input- und Erzählseminare, sondern eher mehr in Form von Theater, Diskussionsrunden oder Gruppenarbeiten aufgearbeitet. So haben die Sterne die Möglichkeit, sich eine eigene Meinung zu bilden und diese dann anschließend mit den anderen auszutauschen. Für alle, die das erste Mal dabei waren, aber auch für einige „Langzeitsterne“, gab es dann noch das DIDF-Jugend-Quiz, das ihnen in spielerischer Form sowohl die DIDF-Jugend näher bringen sollte, als auch allgemeine, politische und historische Fragen bot. Natürlich gab es im Alltag der Sterne mehr als nur Seminare. Die AG’s sind einer der Hauptbestandteile der Camps.

Dabei können die Sterne ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Die Theater AG bot die perfekte Möglichkeit, um aktuell-politische und alltägliche Themen aufzuarbeiten. In der Tanz AG entwickelten die Sterne ihre eigene Choreographie. Die Musik AG lehrte sie Musik zu machen, auch mit Töpfen und Gläsern, falls keine Instrumente zur Hand waren und einen eigenen Song zu schreiben. In der Kunst AG konnten die Sterne mit viel Phantasie und Farben ihre eigenen Kunstwerke und Transparente erschaffen. Die Zeitung informierte über Themen im Campalltag und setzte auch so manches Gerücht in die Welt. Und beim Camp TV machten die Sterne mal Fernsehen, wie es ihnen gefiel, ganz ohne Werbung und Produkt-Placement. Aber auch sportliche und abenteuerliche Freizeitaktivitäten kamen auf den Camps nicht zu kurz. Egal, ob Sportturniere, eine Campolympiade oder eine nächtliche Wanderung durch den Wald, die Sterne waren überall dabei und gaben den Ton an. Im Süden gab es noch ein ganz besonderes Event.

Der berühmte Fotograf Özcan Yaman aus der Türkei, der vor allem durch seine eindrucksvollen Fotografien während der Gezi-Proteste bekannt wurde, war ebenfalls vor Ort, um den Kindern einen kleinen Eindruck von Fotografie zu geben und ihnen den Umgang mit einer Kamera schmackhaft zu machen. Der letzte Abend bildete den krönenden Abschluss der erlebnisreichen vier Tage. Die AG’s präsentierten schließlich ihre Arbeit der vergangenen Tage und ernteten Unmengen an Applaus dafür. Anschließend konnten alle Teilnehmer bei der Talentshow noch einmal ihre persönlichen Fähigkeiten präsentieren. Von Rap bis Tanzeinlagen war so ziemlich alles dabei. Am nächsten Tag packten alle ihre Koffer, räumten gemeinsam die Jugendherbergen auf und bewerteten die letzten Tage. So unterschiedlich die Eindrücke der Sterne waren, waren sich doch zum Schluss alle einig. Sich auf kommenden Veranstaltungen der DIDF-Jugend vor Ort wiederzusehen und dabei laut in ihrer Stadt zu werden. Spätestens auf dem nächsten Sternencamp werden uns die Sterne wieder zeigen, wo es lang geht oder wie sie es in ihrem Song im Süden auf die Melodie von „We will rock you“ formulierten: „Wir sind hier die Sterne; wir haben hier das Sagen“.

 

Alev Bahadir