Die „Junge Alternative“ (JA) ist „etwas zu wild“!

Die „Junge Alternative“ (JA) ist in NRW die Jugendorganisation der rechtspopulistischen Alternative für Deutschland (AfD) und könnte dies bald sogar auf Bundesebene werden. Dieser Schritt scheint offiziell aufgeschoben, aber nicht aufgehoben. Der zweifelhafte Ruf der AfD und ihre schlecht verschleierte rechtspopulistisch-konservative Politik sind mittlerweile jedem bekannt. Aus verschiedenen bürgerlichen Medienkreisen wird nun berichtet, dass die JA einen noch zweifelhafteren Ruf habe. Wir sagen dagegen: „nicht zweifelhafter“, sondern seinem Kern entsprechend offen rechts und faschistisch. Der Jugendverband scheint seine politischen Ziele, nicht so gut wie die Mutterpartei verschleiern zu können. Die AfD kommt mit Thesen und einfach wirkenden Zielen, um die Ecke, ohne diese aber mit wirklichen Inhalten zu füllen. Ob die geforderten, für einen Teil der Bevölkerung schön klingenden Ziele, tatsächlich realisierbar sind oder nicht wird nie wirklich dargestellt. Zudem wird behauptet, die Ziele der Partei (AfD), seien die der Bürger, die sich nie zu Wort melden würden, sozusagen der „schweigenden Mehrheit“. Das ist ein super Argument und ist nicht prüfbar, da eigentlich niemand weiß, was genau diese Bürger „denken oder wollen“.

 

Rechts bleibt Rechts

Die AfD versucht sich als eine Partei zu zeigen, die national-konservative, marktliberale und eurokritische Inhalte vertrete. Sie möchte nicht als rechtsextrem oder rechtspopulistisch eingestuft werden und versucht dies vehement zu vermeiden. Jedoch scheint die Jugend der AfD ihnen einen Strich durch die Rechnung zu machen. Auch, wenn die AfD die „Junge Alternative“ (JA) noch nicht als ihre offizielle Jugendorganisation anerkannt hat, sind rund 450 junge AfD-Anhänger in der JA organisiert (ca. 90 % der JA-Mitglieder sind gleichzeitig Mitglieder in der AfD). Die JA möchte sich nicht hinter einer politischen Fassade verstecken und sich anpassen. Viele ihrer Vorstandsmitglieder und Führungskader stammen aus der rechten Szene und sind bekannt, einige führen sogar Doppelmitgliedschaften oder machen kein Geheimnis aus ihren aktuellen Kontakten in die rechte Szene. Die JA versucht eine bestimmte Zielgruppe in Deutschland anzusprechen. Sie versucht, die Jugend aus der sozial schwachen Schicht mit wenig Perspektiven für die Zukunft als Lastesel vor den Karren zu spannen. Sie werden mit einfachen Schlagworten und Versprechungen gelockt. Beispielsweise werden als Ursache ihrer sozialen Probleme und Bedürfnisse, mit einfach gestrickten Argumentationen Migranten verantwortlich gemacht. Die JA tritt sehr frech und laut auf, um ansprechend auf Jugendliche zu wirken. Sie spielt mit einfachen Mitteln, Provokationen aller Art lassen sich in ihren Erklärungen finden. Seien es rassistische Diskussionen im Netz, antifeministische Kampagnen mit Bildern von Frauen, die spärlich verhüllte Hintern zeigen mit Sprüchen wie „Gleichberechtigung statt Gleichmacherei“ und „P(r)o Vielfalt in Europa“ oder absurde Diskussionen über die Einwanderung und deren Folgen in Deutschland und Europa. Es geht sogar soweit, dass zu Straftaten aufgerufen wird bzw. zu Selbstjustiz. Das die JA offen rechts ist, zeigen zudem Vortragsveranstaltungen der Jugendorganisation, wie in Köln mit dem britische Europa-Gegner und offen Rechtspopulisten Nigel Farage. Dies gefällt der Parteispitze natürlich nicht, da sie weiterhin für die Mitte der Gesellschaft wählbar sein möchte, mit Sätzen wie „Die AfD ist angetreten als neue Volkspartei“.

Mehrfache Gefahr

Bei all diesen Entwicklungen sehen wir, dass vor allem Jugendliche aus sozial schlechten Verhältnissen immer mehr dazu tendieren, rechten und faschistischen Parteien ihre Stimme zu geben (letzten Wahlen ca. 6 % und den U16- Wahlen in einigen Regionen sogar weitaus mehr), da sie nicht wirklich politisiert sind und auf die einfachen Schlagwörter und Slogans dieser Populisten hereinfallen. Andererseits sehen sie keine Alternative für sich, da ihr Vertrauen in die betriebene Politik zerfällt. Denn an ihrer konkreten Situation, sei es in der Schule oder auf dem Arbeitsmarkt ändert sich nicht wirklich etwas.

Auf der anderen Seite haben wir die nationalistischen und konservativen Organisationen und Verbände der türkeistämmigen hier in Deutschland. Diese versuchen natürlich die türkeistämmigen Jugendlichen mit ihrer Politik, ihren Vorwürfen der Mehrheitsgesellschaft gegenüber und ihrer türkeibezogenen Politik den Kopf zu verdrehen. Somit wird die Jugend hier in mehrere Lage gespalten. Der Kern und Ursprung der Probleme eines Jugendlichen gehen aber so verloren, denn die Probleme im Stadtteil, in der Schule oder bei der Arbeitssuche sind dieselben und nicht in der Herkunft oder im Glauben zu suchen. Ein Jugendlicher aus einer Arbeiterfamilie, egal mit oder ohne Migrationsherkunft kann sich keine private Nachhilfe leisten oder ein Kinobesuch mit seiner Freundin für 30 Euro inklusive Popcorn.

Die AfD und ihre Jugend „JA“ sind daher als sehr gefährlich einzustufen. Sie treiben die Spaltung der Jugend und der gesamten Gesellschaft weiter voran. Sie treten für einen Demokratie- und Sozialabbau: Ihr Vorstandsmitglied Konrad Adam hält die Vorstellung für attraktiv, Arbeitslosen das Wahlrecht zu entziehen; der Gesundheitsökonom Peter Oberender schlägt Hartz-IV-Empfängern vor, ihre Organe an Reiche zu verkaufen. Zudem hetzten sie in ihrem Wahlkampf gegen Migranten und arbeiten offen mit Nazis. Sie schaffte es bisher, im Gegensatz zur NPD, sich einen „demokratischen Deckmantel“ anzuziehen und kann dadurch eine rassistische Stimmung direkt in die Bevölkerung hineintragen, ob jung oder alt. Aber der Wolf im Schafspelz ist und bleibt ein Wolf!