Zeig Rassismus die Rote Karte

FUSSBALL - BL, RBS vs WAC

Alle vier Jahre bewegt die ganze Welt ein Thema: „Der Ball ist rund. Ein Spiel dauert 90 Minuten. Und am Ende gewinnt …“ eine Mannschaft. Die Fussball-WM der Männer hat mit viel Protest angefangen und die Proteste laufen fort, wenn auch zur Zeit stark abgenommen. Alles deutet aber drauf hin, dass sich die Proteste der Brasilianer nach der WM wieder formieren und an Stärke zunehmen werden. Im Endeffekt ging es den Demonstranten nicht nur um die WM und die Milliarden, die dafür ausgegeben werden, sondern um die allgemeine Situation der Bevölkerung in Brasilien. Gentrifizierung, soziale Unsicherheit, Arbeitslosigkeit und Ungleichbehandlung der indigenen Bevölkerung waren die Protestschwerpunkte und die Probleme bestehen weiterhin, auch wenn das fussballverliebte brasilianische Volk jetzt eine Halbzeitpause eingelegt hat. Sicherlich werden die Proteste an anderer Stelle und in späteren Ausgaben unserer Zeitung weiterhin Gehör finden.

Nun soll es um die Sportlichkeit und die Gefühle gehen, die die Fussball-WM bei den Menschen auslöst. Im Endeffekt wünscht sich jeder Fußballliebhaber schöne Spielzüge und Pässe, noch schönere Tore und viel Spaß. Und wenn die Favoritenmannschaft gewinnt, umso besser. Hierbei sieht man jedoch zwei Typen von Fans. Die Fanatiker und die  Fun-atiker. Während die einen aggressiv nur für die eigene Mannschaft brennen und aus dem Sport lieber einen Kreuzzug gegen andere Völker und Nationen machen würden, sind die Funatiker gezielt auf Spass aus und nehmen Siege und Niederlagen lockerer hin. Die schönen Bilder beim Public Viewing stammen meistens von den Funatikern, wenn Rivalen Arm in Arm singen und nach der Niederlage sich gegenseitig trösten. Diese Einstellung wünscht man sich als Internationalist immer und man merkt, dass Bestrebungen, den Fussball für nationalistische Zwecke zu missbrauchen, hier keinen Nährboden finden.

Wären da nicht die immer wiederkehrenden Diskussionen um die deutsche Nationalhymne… Warum hat Özil nicht gesungen, warum singen die anderen Eingebürgerten nicht? Das ist doch nicht das Entscheidende. Das Singen der Nationalhymne ist weder ein Beweis für Integration, noch der Beweis für das Gegenteil. Keiner würde den Bundesadler auf der Brust tragen, wenn er nicht eine Verbundenheit mit diesem Land und mit dieser Fussballmannschaft hätte. Das muss jedem klar werden. Deswegen müssen diese verachtenden und spalterischen Versuche, den Fussball für nationalistische Zwecke zu missbrauchen, aufhören.

Die Welt feiert ein Fussballfest als eine große und bunte Familie. Und da sollten solche Versuche keinen Platz haben.