Die „Scharia-Polizei“ auf Patrouille

salatfist

In den vergangenen Tagen sorgte die selbsternannte „Scharia-Polizei“ für einen großen Aufschrei in Medien und Politik. Dabei handelt es sich um junge Salafisten um den Konvertierten Sven Lau, der sich jetzt Abu Adam, die nachts besonders im Wuppertaler Stadtteil Elberfeld zogen, Jugendliche ansprachen, versuchten diese anzuwerben und ihnen erklärten, dass Dinge, wie Tanzen, Alkoholkonsum, Glücksspiele etc. nach islamischem Recht verboten seien. Dabei trugen sie neon-orangene Verkehrswesten mit der Aufschrift „Shariah-Police“. Auch als NRW-Innenminister Ralf Jäger das Tragen von solchen Westen am vergangen Samstag verbot, erwies sich diese gekonnte Provokation seitens der Salafisten durch die hohe Medienpräsenz als Erfolg auf ganzer Linie. Sie haben das bekommen, was sie wollten: Aufmerksamkeit. Natürlich nutzte auch die Politik diesen Umstand, um den Islam wieder als bedrohlich zu präsentieren. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) sagt: „Das wird auf deutschem Boden nicht geduldet“. Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) spricht davon „unsere Rechtsordnung in allen Bereichen so rasch wie möglich auf „Islamfestigkeit“ zu überprüfen“ und nannte das Verhalten der Salafisten eine „Kriegserklärung“.

Auf keinen Fall darf man die Bedrohung, die durch die Salafisten ausgeht, verharmlosen oder jene herunterspielen, jedoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass in einem Land, wie Deutschland, die Scharia durchgesetzt wird, verschwindend gering. Diese Provokation war vielmehr eine Steilvorlage für die Politik neue „Islamdebatten“ zu beginnen und den Nährboden für ihre spalterische Politik und Islamophobie zu erweitern. Jene Islamophobie, die zu Zeiten des „Islamischen Staates“ (IS) besonders großen Anklang findet. Wieder einmal wird eher über Parallelgesellschaften als über Lösungswege oder Präventionsmöglichkeiten diskutiert. Und auch ein Neuaufflammen von sogenannten „Integrationsdebatten“ ist zu erwarten. Und wieder einmal werden Jugendliche mit Migrationshintergrund in einen Topf geworfen, stigmatisiert und somit schon eher in die Arme von radikal-konservativen Gruppen, wie den Salafisten, getrieben. Und das ist genau das, was jene erwarten.