Kobane darf nicht fallen, sonst ist der Frieden gefährdet!

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Die Situation in der kurdischen Region Kobane in Syrien spitzt sich zu: Berichte darüber, dass der IS den Ostteil der Stadt eingenommen hat, ist bei Redaktionsschluss in allen Fernsehberichten zu sehen.

Dabei bleibt es aber auch. Außer, dass es bei den von vermutlich der gleichen deutschen Presseagentur gekauften Informationen und dem Filmmaterial ergänzt wird, dass das türkische Parlament beschlossen habe, „Jetzt! Nein jetzt! Jetzt, aber spätestens morgen!“ eingreifen werde.
Seit zwei Tagen greift die türkische Staatsgewalt doch ein. Nicht gegen den IS, sondern gegen alle, die sich mit Kobane solidarisieren wollen. Kurz vor Redaktionsschluss bekommen wir die Nachricht, dass durch die Gewalt der türkischen Polizei und deren faschistischen Helfer 6 Menschen getötet wurden. Derweilen bleibt Europa beharrlich still. Was sollte man denn auch machen, der IS ist ja ein Mitprodukt dessen imperialer Machtbestrebungen in der Region. Dieser Mob (IS-Anhänger) soll am Dienstagabend (7.10.14) in Hamburg ein kurdisches Kulturzentrum angegriffen haben.
Mit bescheidenen Mitteln und Waffen kämpfen gerade in diesem Moment Tausende kurdischer Frauen und Männer in Kobane gegen moderne deutsche und amerikanische Waffen! So einfach ist das. Ohne Angst, denn was hat man schon zu verlieren? Aber: Wo sind die „am-Hindukusch-Menschenrechtsverteidiger“ und „unsere Bomben bringen Demokratie zu euch“-Nobelpreisträger? Bomben die gerade lieber Erdölregionen von der IS frei, um ihnen die Entscheidung zu erleichtern, den Weg nach Kobane aufzusuchen und „ihre“ Ölreserven unter Kontrolle zu bringen?
Das ist nämlich das Problem, warum die „Weltgemeinschaft“ schweigt und zusieht. Bis gestern hießen die IS-Leute die „Freie Syrische Armee“ und „wir“ haben von morgens bis abends dieses Pack in unseren Medien hochgelobt. Jetzt schweigen „wir“, da wir den richtigen Moment abwarten, um unseren bestmöglichen strategischen Vorteil daraus zu ziehen. Ach arme Demokratie!
Viele Menschen in Deutschland erwarten von der Türkei, dass sie den Kurden in Kobane zur Hilfe eilt. Sie aber wartet genauso verbissen auf ihre Chance, die PKK und die Kurden gleichzeitig Matt zu setzen und direkt zwei Fliegen mit einer Klappe zu erledigen! Eine Bedingung dafür, dass die Türkei eingreifen würde, sei, dass die PKK ihre Waffen niederlegen solle! Doch wer soll dann den IS aufhalten? Wenn die mutigen Kämpfer der Volksverteidigungseinheiten (YPG) und der PKK nicht wären, wer würde die Menschen in Kobane denn noch beschützen?
Die Türkei kann sich abschminken, ihr „Kurden-Problem“, dass sie zu einem PKK-Problem umbenannt hat, zu lösen, ohne demokratische Rechte und Forderungen der Kurden zu erfüllen. Solange noch menschliche Herzen in Kobane schlagen, wird die Stadt gegen Terror und Barbarei kämpfen! Die Türkei hat kein Interesse an den Rechten der Kurden und würde gerne lieber die Sadisten und IS-Terroristen an der Macht sehen, als den Kurden auch nur einen kleinen Funken an Hoffnung auf Frieden zu geben.
Deswegen gilt es mehr denn je, diesem tapferen und mutigen Fleck im Mittleren Osten, diesem kleinen Städtchen, in der Moslems, Christen und Yeziden gleichberechtigt leben, jede Unterstützung zu schicken, damit die faschistischen IS-Horden geschlagen und vernichtet werden können! Es sind nicht allein die Kurden, die abgeschlachtet werden, es ist die Menschlichkeit, die beschützt werden muss!