Revolution Bildung

Die bundesweite Kampagne „Revolution Bildung“ von der IG-Metall-Jugend, die eine revolutionäre Reformierung des deutschen Bildungssystems fordert, hat am 28.09.2014 mit etwa 20000 Jugendliche in Köln stattgefunden. Zehntausende Jugendliche haben an dem Tag laut und stark kundgegeben, dass sie eine qualitative und garantierte (Weiter-)Bildung für junge Menschen fordern. Diesen Forderungen wird sich die Gewerkschaft vor Augen haben. Denn die Gewerkschaft wird in der nächsten Tarifrunde Kernforderungen bezüglich der Reformierung des deutschen Bildungssystems aufnehmen. Die Verhandlungen dazu werden im November starten und dann wird sich zeigen, ob Unternehmen mehr »Zeit und Geld« für Bildung durch tarifliche Lösungen bereitstellen werden.
Seit Jahren betont die OECD, dass in Deutschland die Bildungsmobilität sehr gering ist, wie in kaum anderen Land. Nur 19 Prozent der unter 35-Jährigen sind höher gebildet als ihre Eltern. 24 Prozent haben sogar einen niedrigeren Abschluss. Wer kein Abitur ablegt, dem bleiben auch die Türen der „offenen Hochschule“ verschlossen: Nur 2,5 Prozent der Studienanfänger haben kein Abitur.
Dem sind sich die Jugendlichen aus ganz Deutschland bewusst und deswegen haben sie an dem 28.September die „Revolution“ in Köln ausgesprochen. Im Anschluss des Aktionstages hat die Gewerkschaft ein kleines Festival organisiert. Neben Materia, Bosse und der Newcomergruppe Dustin & Band spielte Irie Révoltés dazu abends in der ausverkauften Lanxess Arena.
Der letzte Aktionstag der Gewerkschaftsjugend fand im Jahr 2011 unter dem Motto »Operation Übernahme« statt. Die Kampagne mündete in Vereinbarungen, Ausgebildete nach der Lehrzeit weiterzubeschäftigen. Seit 2012 ist die unbefristete Übernahme von Ausgebildeten in der Metall- und Elektroindustrie endlich Standard. Dieser Erfolg brachte die Aktivisten in diesem Jahr wieder zusammen und hat in den Konzernen die Sicherheit dafür geschaffen, dass sich die Gewerkschaftsjugend nun dem Thema Weiterbildung gewidmet hat.