„Wir nehmen euren Shitstorm zu Kenntnis, lernen aber nichts daraus“

Der erste Chefredakteur der ARD-Aktuell, Kai Gniffke, reagierte mit einem Blogeintrag auf die Kritik seitens der Zuschauer und Leser auf die Berichterstattung des öffentlich-rechtlichen Senders und dessen Nachrichtensendungen wie dem Tagesschau und dem Nachtmagazin. Vieles, was sich in den bürgerlichen Medien in Deutschland wiederfindet und von einem Großteil berichtet wird, bezieht sich meist auf die Informationen und Berichte dieser Redaktion und ihrer Korrespondenten.
Die Einleitung des Blogeintrags lässt bereits ahnen, wie er ausfallen wird. In dieser einleitenden Passage werden die Diskussionen um die Berichterstattung seiner Redaktion als „emotionsgeladen“ abgestempelt, als hätte es den Kritikern an jeglichem Inhalt gefehlt. Er erläutert daraufhin, dass sich 30 Redakteure zusammengesetzt hätten, um über die Kritik in Bezug auf die Ukraine-Berichterstattung zu diskutieren, dessen Echo „vom bislang unbekanntem Ausmaß“ gewesen sei. Viel scheint bei diesem Treffen nicht erkannt worden zu sein, denn gleich im Folgesatz wird die Arroganz des Chefredakteurs deutlich. In diesem erklärt er, dass man es sich „nicht zu einfach“ machen wolle in dem man alle Kritiker als Verschwörungstheoretiker abstempele, nur um seine Aussage dann in Klammern mit „obwohl das zum Teil der Fall ist“ abzurunden und erneut Zuschauer und Leser zu diskreditieren.
Im gleichen Schema zieht es sich dann durch den ganzen Beitrag von Herrn Griffke. Im weiteren wird betont, dass man die „Kritik sehr ernst“ nehme, aber es keinen Grund gebe, sich für Fehler zu entschuldigen. Wobei sich der Leser spätestens jetzt bewusst werden sollte, dass statt einer Entschuldigung und einem Eingestehen der gemachten Fehler, der ganze Beitrag nur eine Rechtfertigung und Ausdruck der Arroganz darstellt. Sowie auch im Rest des Textes auch die Fehler aufgelistet werden, ohne dass man dafür Verantwortung übernimmt und oder sie mit Worten wie „ärgerlich“ verharmlost. Nur zwei Tage nach genau diesem Blogeintrag kam es dann auch in der Nachrichtensendung „Tagesschau“ zu einem scheinbar persönlichen Appell des Moderators an die Zuschauer, wo er betonte, dass man unter Druck Fehler machen könne.
Der Großteil der Kritik an der Vorgehensweise der öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF bezieht sich aber nicht auf Fehler, die jedem Menschen passieren können, sondern auf Entscheidungen, die den Zuschauern nach gezielt getroffen wurden. Dazu zählen auch die Wortwahl der Moderatoren, wenn man solche Begriffe wie „Prorussischer Mob“, die Wahl Themen und wie man mit der Kritik selbst umging. Sehr beispielhaft mit diesem Umgang ist dieser Beitrag der Redaktion. Wie zuvor, werden die Kritiker als Verschwörungstheoretiker und die Kritik als eine Kampagne gegen den Sender dargestellt. Letztendlich scheint aus der Sicht der Redaktion der einzige Fehler, nicht die falsche Berichterstattung zu sein, sondern die Tatsache, dass man es den Zuschauern nicht richtig unterbreiten konnte.