Fallvorstellung Ebola – Eine Epidemie oder ein bewusster Einsatz?

Seit der Meldung eines mit dem Ebolavirus infizierten Patienten in Frankfurt am Main verbreiten sich nun auch in Deutschland zunehmend Diskussionen und Ängste über die tödliche Ebolainfektion. Während die Erkrankung noch vor wenigen Wochen als ein ledigliches Problem der dritten Welt angesehen und somit von der westlichen Bevölkerung nahezu  ignoriert wurde, scheint das Thema nun auch hier auf Interesse zu stoßen.

 

Die gefürchtete Infektion zeichnet sich durch ein hohes Fieber und Blutungen in verschiedenen Organen aus, welche in 60-90% der Fälle tödlich enden kann.

Die Übertragung zwischen Menschen erfolgt dabei primär durch direkte Kontakt- bzw. Schmierinfektionen an Körperflüssigkeiten wie Blut, Speichel, Schweiß, Stuhl und Erbrochenem.

 

Die Epidemie 2014

 Das tödliche Virus breitet sich nun bereits seit Beginn des Jahres in weiten Teilen Westafrikas aus und bildet seitdem mit fast 9000 Infektionsfällen die bisher größte bekannte Epidemie.

Die Weltgesundheitsorganisation meldet bislang rund 4500 Todesfälle, wobei eine deutlich höhere Dunkelziffer aufgrund der fehlenden Labordiagnostik in den betroffenen Gebieten anzunehmen sei.

Neben den hauptsächlich betroffenen Ländern wie Guinea, Liberia, Sierre Leone, Nigeria und Senegal, zeigten sich kürzlich auch in den USA, in Spanien und wie bereits erwähnt in Frankfurt, einzelne Fälle mit dem Ausbruch des Ebolafiebers.

In den betroffenen westafrikanischen Ländern wurde bereits im vergangenen August ein Notstand ausgerufen, der bis zum Grenzenschliessen hinreichte. Auch die Prognose der Weltgesundheitsorganisation, es würden im Dezember 2014 voraussichtlich 5.000-10.000 Neuinfektionen pro Woche stattfinden, lassen auf keine baldige Besserung der Situation ausblicken.

Eine Besserung stellt die Situation jedoch für die Pharma- und medizinische Forschungsindustrie, besonders in den USA und in Kanada dar. So fließen seit den vergangenen Wochen Millionen US-Dollar in die Erforschung des Ebolavirus, zu dessen Bekämpfung nun mehrere Impfstoffe und  Immunmodulatoren entwickelt werden. Gleichzeitig herrscht ein großer Mangel an Geldern in den betroffenen Gebieten, sodass vor Ort bei weitem keine ausreichenden Maßnahmen zur Versorgung der Infizierten ergriffen werden können.

 

Wie kam es zu einem solchen großen Ausbruch des Ebolavirus?

Die Tatsache, dass der Virus sich zuletzt im Dezember 2012 mit lediglich 6 Infektionsfällen isoliert in Uganda gezeigt hatte, wirft die Frage nach dem Ursprung der aktuellen westafrikanischen Epidemie auf.

Legt der Virus sich in einen langzeitigen Schlaf, um per Zufall an einem anderen Ort erneut zuzuschlagen, oder sind es andere Faktoren, die vielleicht sogar eine willkürliche Rückkehr des in Vergessenheit geratenen Virus ermöglichen?

Ein kurzer Einblick in die Geschichte des ebenfalls lebensgefährlichen Pockenviruses, welches mit einem letzten Infektionsfall im Jahre 1975 in Bangladesch als weltweit ausgerottet gilt, lässt eine bessere Einschätzung der Situation zu: So wird das genannte Pockenvirus trotz seiner offiziell bestätigten Ausrottung weiterhin in zwei verschiedenen Weltlaboren in Existenz gehalten, so dass es theoretisch erneut ausbrechen könnte. In diesem Fall wäre jedoch der Ausbruch deutlich auf die Willkür der beiden Labore zurückzuführen.

Im Vergleich hierzu, lässt das Ebolavirus einen solchen Rückschluss nicht zu, was die Ursache seines zeitweisen Ausbruchs weiterhin im Dunkeln lässt.

 

Gülcin Mengi