Mehr als hunderttausend Angestellte streiken in Großbritannien

Letzte Woche demonstrierten mehr als Hunderttausend Angestellte im öffentlichen Dienst für mehr Lohn und gegen Sparmaßnahmen. Das Motto der Proteste in London, Belfast und Glasgow war „Großbritannien braucht höhere Löhne“. Neben dem Protest gegen die geplanten Kürzungen, forderten die Angestellten eine Gehaltserhöhung von 5 Prozent oder eine Untergrenze von 1.500 Pfund mehr pro Jahr. Dave Prentis, Chef der Gewerkschaft Union, sagte: “Dies sind überwiegend Niedriglohnarbeiter, sie müssen den Preis dafür zahlen, was die Reichen und Mächtigen uns angetan haben. Diese Leute haben die Bankenkrise nicht verursacht und unsere Wirtschaft kaputtgemacht, dennoch zahlen sie den Preis. 600.000 Jobs sind verloren gegangen und die Leute werden auf Mindestlohnniveau gedrückt”. Unterdessen gingen tausende Mitarbeiter des staatlichen Gesundheitssystems nach 30 Jahren, wieder für vier Stunden in den Ausstand. Seit Jahren staute sich der Unmut unter den Beschäftigten im Gesundheitssystem. Zuletzt entschied die Regierung, die fällige Gehaltserhöhung um ein Prozent zu kürzen, was das Fass zum Überlaufen brachte. An der Aktion beteiligten sich Krankenschwestern, Krankenwagenfahrer und Hebammen. New Economics Foundation berechnete, dass sich die Reallohnverluste für die Mehrheit, seit 2006 auf ca. zehn Prozent gestiegen ist. Der Trade Union Congress (Gewerkschaftsbund)-Chef, Frances O`Grady, sagte in die Richtung der Regierung: „ Die Menschen haben die Nase voll. Sie sehen, dass die Bezahlung der Manager abhebt, und verlangen ihren Anteil“.