Das Jenke-Experiment

Cigdem Ronaesin

Die Dokumentationsreihe von Jenke von Wilmsdorff ist ein Experiment außergewöhnlicher Art. Jenke zeigt durch Selbstversuche auf, wie schwer es ist, alleinerziehende Mutter, Mensch mit Behinderung oder auch arm zu sein. In der letzten Folge griff er das Thema Organspende auf und versuchte, die Menschen auf das Thema aufmerksam zu machen.

In der Folge war es sein Ziel, 100000 Menschen zu überzeugen, einen Organspenderausweis von seiner Homepage herunterzuladen und abzuschicken. Um Das Ziel zu erreichen und über das Thema zu informieren, spricht er mit Menschen, die dringend ein Organ brauchen, die schon eine Operation hinter sich hatten oder durch eine Organspende gerettet werden konnten. Auch werden Menschen interviewt, die sich gegen eine Spende entschieden haben oder Menschen, die auf dem „Schwarzmarkt“ in Afrika eine Niere „gefunden“ haben. Die Sendung zeigt, dass Organspende nicht so einfach ist, wenn man vor der Entscheidung steht. Ein kleines Mädchen braucht seit einem halben Jahr eine Niere, doch es passt kein Spender bisher. Daher bekommt sie die Niere ihrer Mutter. Ein anderes Interview ist mit einem Mann, der in Thailand lebt. Weil er keine Niere findet und kurz vor dem Tod ist, geht er nach Afrika und findet einen jungen Mann, der aus Armut seine eigene Niere verkauft. Zusammen fliegen sie in ein Land in Südamerika und nehmen die OP vor. Er behauptet, dass der junge Mann mit ihm geredet hat und freiwillig diesen Schritt unternommen hat. Doch man bekommt ein mulmiges Gefühl im Bauch, da es in solchen Ländern bekannt ist, dass die Organmafia ein großes Problem darstellt.

Durch eine Diskussion zwischen einem Befürworter und einem Gegner werden einem die Gefahren und aber auch die Wichtigkeit der Spende klar. Ein Stück Angst wird einem genommen, da verschiedene Ärzte erzählen, dass der Tod des Spenders durch zwei externe Ärzte bestätigt werden muss. Auf der anderen Seite sagen Experten, die dagegen sind, dass bei Organspendern nicht jede Therapie angewandt wird, um die Organe nicht zu verletzen. Doch diesen Vorwurf streiten die Befürworter ab. Jenke besucht jedoch immer wieder Menschen, die unbedingt ein Organ brauchen. Man merkt, wie wenig man sich mit dem Thema auseinandersetzt. Er interviewt auch Patienten, die am eigenen Leib erfahren mussten, was es heißt, keinen Spender zu finden. Eine Interviewte erzählt, wie ihre Mutter sterben musste, weil sie keinen Spender gefunden haben. Heute setzt sie sich in einer Organisation dafür ein, dass Menschen informiert werden.

Jenke beantwortet auf seiner Homepage auch die meist gestellten Fragen über die Organspende. Für ihn ist es wichtig, dass die Menschen sich mit dem Thema beschäftigen und sich für einen Ausweis entscheiden. Um das Thema für die Zuschauer attraktiv zu machen, erfüllt er nach jeder 10000. Spender eine Aufgabe. Beispielsweise verbringt er einen Tag im Zoo, erfüllt schmerzhafte Aufgaben und spricht die Zoobesucher auf die Organspende an. Man mag über Organspende denken, was man will. Die Sendung ist eine gute Möglichkeit, um sich zu informieren. Es regt zum Nachdenken und Weiterforschen an.