Akademiker bekunden ihre Solidarität mit den Metallern!

metal bursaUngefähr 200 Akademiker, unter ihnen auch namhafte wie Doz. Dr. Sibel Özbudun, Prof. Dr. Beyza Üstün, Prof. Dr. Fuat Ercan, Prof. Dr. Gencay Gürsoy, Prof. Dr. İzzettin Önder, Prof. Dr. Korkut Boratav, Prof. Dr. Raşit Tükel haben in einer gemeinsamen schriftlichen Erklärung ihre Solidarität mit den Widerstand leistenden Arbeitern bekundet.

In ihrer Erklärung wird betont, dass die Aktionen der Arbeiter nach der Internationalen Arbeitsorganisation [International Labour Organization] ILO und den Entscheidungen des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte im Einklang sind.

Hier nun die Erklärung der Akademiker, veröffentlicht unter www.kizilbayrak.net

“Wir sind auf der Seite der Widerstand leistenden Arbeiter!”

Seit einer Woche brodelt es in den Metallfabriken in Bursa. Der durch die Renault-Arbeiter angefangene Widerstand hat sich zuerst auf TOFAŞ und danach auf die anderen Fabriken ausgeweitet. Die Aktionen haben sich durch die Unterstützung der Arbeiter aus den Werken, die im Wirkungsbereich des zwischen der Gewerkschaft Türk Metall und dem Arbeitgeberverband der Metallindustrie MESS bestehenden Kollektivvertrages sind, ausgeweitet und es sieht ganz danach aus, dass sie sich noch mehr ausweiten werden.

Die Renaultarbeiter sind in Aktion getreten, weil sie gegen die Erhöhung der bis jetzt für zwei Jahre geschlossenen Tarifverträge zwischen ihrer Gewerkschaft Türk Metal und dem Arbeitgeberverband der Metallindustrie auf drei Jahre; Niedriglöhne; Entlassungen und gegen die Gewerkschaftsbürokratie waren, die Revidierung des Tarifvertrages forderten und selber ihre Vertreter wählen wollten. Tausende Arbeiter sind aus Türk Metal ausgetreten und haben sich dem Widerstand angeschlossen. Die ersten Reflexe der Arbeitgeber und der Gewerkschaft Türk Metal, aus der die Arbeiter austraten, war, anstatt die Forderungen der Arbeiter ernst zu nehmen, den Widerstand als illegal zu deklarieren und die Widerstand leistenden Arbeiter mit Entlassungen zu drohen. Diese Behauptungen [Anm.d.Übers:über die Illegalität der Aktionen ] entsprechen nicht der Wahrheit. Die Aktion der Metallarbeiter steht im Einklang zu geltendem Recht. Nach der Internationalen Arbeitsorganisation ILO und den Entscheidungen des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte sind friedliche Aktionen und Arbeitsniederlegungen [den Arbeitern] zustehende Rechte. Die Aktion von Arbeitern als illegal zu bezeichnen rührt daher aus Willkür. Gerechte und legitime Aktionen von Arbeitern dürfen nicht als illegal deklariert werden. Nicht mit dem Recht vereinbar ist, die gewerkschaftlichen Rechte der Metallarbeiter zu verletzen und die Arbeiter zu hindern, ihre Vertreter zu wählen. Nicht mit dem Recht vereinbar ist, das Streikrecht der Arbeiter mit dem Vorwand der ”Nationalen Sicherheit” u.ä. Vorwänden zu verbieten.

Die Metallarbeiter kämpfen einerseits gegen Niedriglöhne und die Gewerkschaftsbürokratie und dabei säubern sie das Arbeitsleben von unterdrückerischen Gesetzen und Einrichtungen und kämpfen dafür, dass gewerkschaftliche Rechte und Freiheiten ins Leben gerufen werden und Gewerkschaften als Arbeiterorganisationen neu errichtet werden. Aus diesem Grunde schlagen die Herzen aller Metallarbeiter, deren Streik vor ein paar Monaten durch die Regierung unter dem Vorwand der “Nationalen Sicherheit” verboten wurde, mit den Metallarbeitern von Bursa. Der Sieg der Arbeiter von Renault und TOFAŞ wird der Sieg aller Arbeiter sein.

Aber noch wichtiger ist; wenn die Arbeiter mit diesem Widerstand ihre Forderungen durchbekommen, werden wir alle siegen. Die Arbeiter, die die Kühnheit besaßen, ihr Schicksal in die eigene Hand zu nehmen, kämpfen für ihre Arbeit, Demokratie und ihren Stolz.

Auch wir fordern, dass die Forderungen der Metallarbeiter so schnell wie möglich angenommen werden und erklären, dass wir auf der Seite des gerechten Kampfes der Metallarbeiter sind.