Elitenförderung für eine stärkere Wirtschaft

Dogus Ali Birdal

Die sächsische Kultusministerin und amtierende Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK) , Brunhild Kurth (CDU), legte nun der KMK ihr Papier zur „Förderstrategie für leistungsstarke Schülerinnen und Schüler“ zur Beschlussfassung vor.
Die Bildungspolitik der letzten Jahre habe sich nur auf die Förderung leistungsschwacher und finanziell benachteiligter Schüler konzentriert, so Kurth.
Laut Kurth sei dies eine Frage der Bildungsgerechtigkeit, da sonst natürlich die Talente in Deutschlands Schulen verkümmern würden.
Dieser Мasterplan zur Erschaffung von jungen Eliten für die Arbeitswelt soll für frühere Einschulung, das Überspringen von Klassen, Extraprojekte, Extrafreiräume und Extraaufgaben, außerdem Spezialklassen für Hochbegabte oder sogar gleich eigene „Schulen für Hochbegabte“ sorgen. Natürlich wird das auch einiges an staatlichen Geldern verschlingen, welches jetzt schon dort fehlt, wo es viel dringender gebraucht wird, wie zum Beispiel bei der Einstellung von Lehrkräften, Sonderpädagogen und Sozialarbeitern.
Deutschland habe keine Rohstoffe, sondern nur Humankapital und sei Exportweltmeister, so Kurth. Damit das auch so bleibe, müsse die deutsche Wirtschaft ihr Niveau halten und sei hierfür auf die Вegabten angewiesen.
Mit Bildungsgerechtigkeit hat das leider sehr wenig zu tun, sondern viel mehr wie eine Maßnahme, um den Exportweltmeister Deutschland „noch Wettbewerbsfähiger“zu machen.
Das Kitas und Schulen mehr als Überfordert mit den sozialen, geistigen, physischen und psychischen Defiziten sind, die viele Kinder und Jugendliche mitbringen, wird jedoch gnadenlos ignoriert. Anstatt das Bildungssystem gerechter zu gestalten, wird versucht, eine neue Bildungselite zu schaffen, zu der natülich nur Kinder privilegierter Herkunft Zugang haben werden.