Unser Kampf wird weiter gehen!

Vor fast drei Monaten starteten die europäischen DIDF Jugendorganisationen, sowie die DayMer Youth aus England die Kampagne „No human is illegal“. Unter diesem Motto veranstalteten sie gemeinsam das diesjährige Sommercamp der DIDF-Jugend in Döbriach, Österreich. Zum Abschluss des Sommercamp bewerteten die Organisationen die Lage der Jugend in Europa, sowie den Umgang der EU mit Flüchtlingen. Im Anschluss verfassten sie gemeinsam folgende Erklärung und beendeten mit dieser die Kampagne „No human is illegal“:

Erklärung der Jugendverbände der Föderation demokratischer Arbeitervereine aus Deutschland, Frankreich, Schweiz, Holland und Österreich, sowie der DayMer Youth aus England
Auf dem Sommercamp der DIDF-Jugend vom 31. Juli bis zum 09. August 2015, hatten Jugendliche die Möglichkeit, über die verschiedensten aktuell politischen Fragen zu diskutieren und die Kampagne „Nicht Flüchtlinge, sondern Fluchtursachen bekämpfen. No human is illegal“ auszuwerten.
Vor allem bei den gemeinsamen Diskussionen, ist die ökonomische Lage, in der sich die Jugendlichen in Europa befinden, herausgestochen. Die zugespitzte Situation nach der Weltwirtschaftskrise der Jahre 2008/09, ist nicht zu einem Stillstand gekommen. Noch immer haben wir in vielen europäischen Ländern eine sehr hohe Jugendarbeitslosigkeit, besonders in Griechenland, Kroatien, Italien bis zu über 50%. Auch in den anderen europäischen Ländern ist die Situation nicht besser. In den starken Industrieländern, wie Deutschland, England oder Frankreich, scheint die Lage besser zu sein, als sie es wirklich ist. Die Jugendarbeitslosenquote wird manipuliert oder schön geredet. „Armut trotz Arbeit“ ist die Realität. In Deutschland ist fast jeder Vierte im Niedriglohnsektor beschäftigt und arbeitet in den meisten Fällen in prekären Verhältnissen, die Zahl der Sozialhilfeempfänger, trotz Arbeit, steigt stetig. Auch in England und Frankreich ist die Situation eine Ähnliche.
Die Zukunftsperspektive wird den Jugendlichen Europas unter den Füßen weggezogen. Zudem gab und gibt es große Angriffe auf das Streikrecht in den EU-Ländern, nicht zuletzt durch das Tarifeinheitsgesetz in Deutschland. Die Diskussionen auf unserem Camp haben gezeigt, dass die Sorgen und Probleme der Jugendlichen aus den verschiedenen Ländern ähnlich sind. Mit der immer schlechter werdenden sozialen Lage und der steigenden Kluft zwischen arm und reich steigt auch die Hetze seitens rechtspopulistischer Organisationen und Gruppierungen. Für die schlechte Situation werden Menschen mit Migrationshintergrund und Geflüchtete verantwortlich gemacht. Steigender Rassismus ist in Europa ein immer größer und gefährlicher werdendes Problem.
Die Kampagne „Nicht Flüchtlinge sondern Fluchtursachen bekämpfen“ wurde von der DIDF-Jugend Deutschland, Österreich, Frankreich und DayMer Youth England im Juni 2015 gestartet. In den jeweiligen Hauptstädten sowie auch in Köln wurden am 13. Juni, mit einer gemeinsamen Erklärung einiger Jugendorganisationen und Verbänden Aktionen wie Flashmobs, Kundgebungen und Infostände veranstaltet (http://didf.de/didfjugend/erklaerung-fluechtlinge/gemeinsame-erklaerung/). Die Grenzpolitik, die die EU betreibt, sorgt mehr und mehr dafür, dass Menschen jedes Jahr ihr Leben in den Gewässern des Mittelmeeres verlieren. Die EU schaut lediglich zu, wie diese Menschen, die wegen Kriegen, Armut und Elend ihre Länder verlassen und diese tödliche Reise auf sich nehmen.
Die Jugendorganisationen haben zwar nach ihrer Bewertung auf dem Camp, die Kampagne beendet, aber werden sich mit dem Thema weiterhin intensiv beschäftigen.
Das Camp hat nicht nur nochmals verdeutlicht, dass die Sorgen und Probleme dieselben sind, sondern auch die Wünsche und Hoffnungen für ein besseres Leben ohne Zukunftsängste. Deshalb ist die Solidarität unter den Jugendlichen der verschiedenen Ländern wichtiger als denn je. Die Gemeinsame Erklärung soll nicht nur als eine Feststellung, sondern auch als eine Kampfansage dienen, die die Solidarität der Jugendlichen um eine bessere Zukunft stärkt.

Unterzeichnet von DIDF Jugend Deutschland, Frankreich, Österreich, Holland, Schweiz und DayMer Youth