Wie soll man sonst Massenmord rechtfertigen?

Simon Ernst

Flüchtlingsproblem? Problem? Einfach nur Manipulation! Meine feste Überzeugung auf Grundlage der Tatsachen der letzten Jahrzehnte ist, dass der Staat mit seinen ganzen Organen (Parteien, Polizei, Geheimdienste, schließlich das Kanzleramt usw.) die faschistische Hetze selbst nach einem direkten Plan ausgenutzt, geschürt, organisiert und verbreitet hat; und zwar um die von langer Hand geplante europäische Abschottung gegenüber der „Flüchtlingskatastrophe“, ganz genau wie in den 90ern, mit einer vermeintlichen Volkszustimmung verbinden zu können und sich jetzt ja sogar mit demagogischer Eleganz als ein das wilde Volk „mäßigender“ Vermittler zu verkleiden. In Wahrheit steckt dahinter natürliches reines Kapitalinteresse, vor allem in ökonomischer Hinsicht („Einwanderung in Sozialsysteme“) und auch in politischer, denn ein ruhiger Hafen der Konzernzentralen und Sozialpartnerschaft wie Deutschland, kann demographisch nicht allzuviele der am meisten Unterdrückten verdauen. Die neuen Flüchtlinge fliehen fast ausnahmslos aus Ländern, in deren Zerstörung dieselbe deutsche Regierung direkt involviert ist und die oftmals gerade Aufstände erlebt haben… Ein einziges perverses Theater, das genau deshalb nötig ist, weil wir nicht mehr in den 1930ern leben und die Massenstimmung in Wahrheit einen Fortschritt in antifaschistischer und demokratischer Hinsicht gemacht hat. Um die „Vorzüge“ der EU anzupreisen, ist ja selbst der größte Reaktionär dazu genötigt gewesen, Bewegungsfreiheit als eine große historische Errungenschaft hervorzuheben. Da sind dann von Seiten der politischen Mietmäuler und ihrer Strategen in den Konzernzentralen langfristige und äußerst ausgeklügelte Manipulationen nötig, um einen Massenmord an den Ärmsten der Armen heute moralisch rechtfertigen zu können: Ein ungeheuerliches Verbrechen, dessen furchtbare Bilder jeder Mensch heute im Internet und manchmal auch im Fernsehen findet, das buchstäblich täglich vor den Augen von Millionen Menschen stattfindet. Am Ende wird Merkel mit dieser Taktik, wenn sie Erfolg hat, mal wieder als Initiatorin eines „Kompromisses“ dastehen: Ein verlogener, stinkender Balsam auf die Wunden der angesichts von Hetze und Massenmord Empörten… Das zu Durchkreuzen ist heute erste Pflicht eines jeden. Unsere Geschichte sollte uns ermöglichen, das zu begreifen und anzupacken. „Die Bürger werden eines Tages nicht nur die Worte und Taten der Politiker zu bereuen haben, sondern auch das furchtbare Schweigen der Mehrheit.“ (Bertolt Brecht)