Weder der erste noch der letzte! Grundrechte verteidigen!

Islamistische Terrorattentate in Ankara, Beirut, Paris und Bamako sind nicht die letzten ihrer Art und werden auch nicht die letzten bleiben. So traurig die Bilanz der Bomben- und bewaffneten Angriffe meistens auf Zivilisten auch ist, die Antwort des Westens wird weder den radikalen Islamismus, noch die Brüder von Daesh vernichten können.

Die Rechtfertigung, man sei attackiert worden und habe deswegen das Recht, mit Bomben zurückzuschlagen, hat schon vor 14 Jahren in Afghanistan nicht funktioniert, im Gegenteil, genau das war der Grund, warum islamistische Gruppen wie Pilze aus der Erde sprossen und im Einklang mit den Imperialisten den Mittleren – und Nahen Osten zum Brandherd verwandelten. Selbstverständlich mit westlichem Geld und westlichen Waffen! Denn kürzlich wurde jetzt von russischer Seite veröffentlicht: Daesh bekommt aus 40 Ländern der Welt finanzielle Mittel für den islamistischen Terror zur Verfügung gestellt. Wer sich mit solchen Leuten schon damals einließ, wusste, wie schnell die Waffen wieder gegen einen selber gerichtet werden können. Deswegen wundert es eigentlich mehr, dass Frankreich und seine Verbündeten so überrascht tun!

Frankreich und der Westen schreien nun nach Vergeltung und überhören demonstrativ, dass die Brüder von Al-Qiada, Boko Haram, Daesh und Konsorten ja mit dem gleichen Argument in der muslimischen Welt junge Gläubige rekrutieren. Wenn Menschen in ihrem eigenen Land kaum bis keine Chance auf eine Zukunft haben oder ihre Erwartungshaltung in keinsterweise Erfüllung findet oder wenn ihre Rohstoffe, ihre Natur, ihre Menschen ausgebeutet werden und von dem erschaffenen Wohlstand nichts beim Volk ankommt, sind diese mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit anfällig für Propaganda von islamistischen Terroristen, egal, ob ihre Sozialisation Tausende von Kilometern entfernt irgendwo im arabischen Raum war, oder mitten in Europa, wo sie geboren wurden und keine Lebensperspektive für sich und ihre Familien sehen. Das Problem ist kein ethnisch-religiöses, das man mit Waffen lösen wird, sondern ein Sozioökonomisches. Es geht um Ausbeutung, um Unterdrückung, um Selbstverwirklichung im Diesseits, statt 72 Jungfrauen im Jenseits! Ist das nicht interessant, wie innerhalb von 14 Jahren der politische Islamismus so erstarken konnte und den gesamten Westen in Angst und Schrecken versetzt? Die Lösung des Problems muss dementsprechend auch genau dort gesucht werden. Es scheint auch so, daß diese Anschläge dafür genutzt werden in der Innenpolitik reaktionäre Pläne durchzubringen. Ausnahmezustand, Grenzkontrollen, mehr Überwachung etc. werden zur Normalität gemacht. Das ist auch eine offene Kampfansage gegen unsere Grundrechte.