Bundeswehr hat ein Herz für Flüchtlinge

Aylin Melis Ayyildiz
Die Bundeswehr betreibt Flüchtlingshilfe und Frau von der Leyen stellt sicher, dass das auch jeder weiss. Die Bundesverteidigungsministerin rührt nämlich kräftig die Werbetrommel und lässt keine Gelegenheit aus, diesen Einsatz hoch zu loben. So ist sie der Meinung, die von ihnen geleistete „Flüchtlingshilfe“ habe „Hochachtung“ und „Respekt“ verdient. Bei einem Truppenbesuch setzte sie dann noch gekonnt den Bundeswehr-Werbeslogan in diesem Kontext ein: „Sie zeigen mit großer Brillanz, was es bedeutet: Wir. Dienen. Deutschland.“
Insgesamt sollen etwa 7.500 deutsche Soldaten bei der „Flüchtlingshilfe“ beteiligt sein. Zugeteilt sind sie etwa bei der Verpflegung der Flüchtlinge, dem Empfang von Neuankömmlingen, dem Transport und sogar medizinische Versorgung wird von ihnen geleistet. Wie eine militärische „Flüchtlingshilfe“ in den sogenannten Erstaufnahmeeinrichtungen von statten geht, erinnert jedoch an eine „erkennungsdienstliche Behandlung“: Nach der Abfrage der Personalien wie Name, Geburtsdatum, Staatsangehörigkeit, Sprache und Religion, werden nämlich direkt Fotos von jedem Flüchtling geschossen und gleichzeitig Fingerabdrücke genommen.
Die Menschen fliehen aus ihrer Heimat, traumatisiert durch den dort herrschenden Bürgerkrieg, und das Erste, was ihnen begegnet, sind uniformierte Massen von Soldaten in Kampfanzügen. Somit wird ihnen gleich von vornherein die Message vermittelt, dass sie hier nicht wirklich willkommen sind, sie werden zwangsmäßig geduldet, militärisch überwacht und kontrolliert.
Nicht nur auf der Straße, sondern auch in den Behörden haben die Streitkräfte sich eingenistet. Mehr als 500 von ihnen sitzen derweil im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) und sind damit maßgeblich an der Durchführung der Asylverfahren beteiligt. Damit ist die Bundeswehr bei jeder Station des Asylverfahrens mit von der Partie, von den Erstanträgen bis zur Entscheidung über das Bleiberecht und die Durchführung von Abschiebungen.
So richtig überraschend ist es nicht, wie die deutsche Regierung mit den Flüchtlingen umgeht. Jede Pro-Flüchtling-Äußerung wird geächtet und führt zu massiven Verlusten von Wählerstimmen aus der Mitte und dementsprechend nichtssagend und neutral verhält sich die Regierung derzeit.
Hauptsache, auf der Bundeswehr-Homepage gibt es nette Videos mit Titeln wie „Zusammen anpacken“ oder „Flüchtlingshilfe kommt vom Herzen“, damit hat man genug für das Gewissen getan und man kann weiterhin die katastrophale Situation der Flüchtlinge ignorieren.