Im Sinne des Miteinanders, der Solidarität und des Antimilitarismus: DIDF-Jugend Bundeskonferenz

 

Wir haben mit Cigdem Ronaesin, der Bundesvorsitzenden der DIDF-Jugend, über die ihre bevorstehende Bundeskonferenz gesprochen.
Kannst du uns etwas über die Vorbereitungen zu eurer bevorstehenden Bundeskonferenz erzählen?
Wir werden unsere Bundeskonferenz in Mannheim vom 19.02 bis 22.02.2016 abhalten. Unsere Zeit ist geprägt von unzähligen unmenschlichen Ereignissen. Das Jahr war leider nicht in unserem Sinne. Als sich im Frühjahr der Unfall bei Lampedusa ereignete, war niemanden bewusst, was wir noch alles erleben würden. Die Geflüchteten, die aus Kriegsgebieten vor Hunger, Elend und Armut flüchten, mussten in diesem Jahr nicht selten die Reise mit ihrem Leben bezahlen. Das ist ein Armutszeugnis für Europa. Ganz zu schweigen von den Flüchtlingsheimen, die von rechtsextremen in Brand gesteckt wurden. Und das ist ein Armutszeugnis für Deutschland. Anstatt dass die Politik hierauf ein friedliches Miteinander fördert, machen Politiker auf dem Rücken der Geflüchteten Politik. Der Rechtsruck in ganz Europa wird immer größer. Das ist die eigentliche Gefahr und nicht die Geflüchteten.
Dschihadistische Gruppierungen sind längst nicht nur in den Grenzen Syriens und des Iraks. Die jahrelange Kriegspolitik im Nahen-Osten hat nun auch uns erreicht. Der IS wird finanziert – aufgerüstet, ausgebildet und verarztet von Katar, Saudi Arabien und besonders der Türkei. Dass diese dschihadistischen Gruppierungen nach Europa kommen würden, war nur eine Frage der Zeit. Es ist grausam, was in Paris 2015 alles passierte. Was in der Türkei passiert, betrifft uns natürlich durch unsere Zielgruppe direkt. Denn die Ereignisse in der Türkei werden immer nach Deutschland übertragen. Die Wahlen in der Türkei haben die Jugendlichen hier regelrecht in zwei Lager gespalten. Unter anderem in so einer Zeit findet unsere Bundeskonferenz statt. Umso wichtiger ist es, dass wir uns Ziele setzen, die im Sinne des Miteinanders, der Solidarität und des Antimilitarismus sind.

Nächstes Jahr wird die DIDF-Jugend 20 Jahre alt. Gibt es schon Pläne, wie ihr euer 20-jähriges Jubiläum feiern wollt?
Klar, es gibt viele Pläne diesbezüglich. Sowohl kulturelle, als auch politische. Zum einen werden natürlich regionale Veranstaltungen stattfinden, wie kleine Kulturabende, Diskussionsrunden und Literatur- und Theatertage. Aber auch bundesweit wollen wir einiges auf die Beine stellen. Ein bundesweites Festival ist beispielsweise für 2016 geplant oder ein Fußballturnier, zu dem Gewinnermannschaften aus lokalen Turnieren kommen sollen. Da wir viel mit Gewerkschaften und etablierten Jugendverbänden zusammen arbeiten, ist auch ein Empfang geplant, um unser 20-jähriges Bestehen mit unseren Freunden zu feiern und die letzten 20 Jahre Revue passieren zu lassen.

Inwieweit haben sich die Forderungen der DIDF-Jugend in den 20 Jahren verändert?
Es ist sehr interessant, sich die Flyer oder andere Publikationen der DIDF-Jugend seit ihrem Bestehen anzuschauen. Leider müssen wir seit 20 Jahren immer noch gegen Rassismus, gegen Militarisierung und gegen Sozialabbau kämpfen. Und wenn man sich die Situation anschaut, sind die Gegensätze noch schärfer geworden. Die Armen sind noch ärmer und die Reichen sind noch reicher. Es sieht also so aus, als ob die Forderungen weiterhin aktuell sind. Aber wir wissen, dass wir als DIDF-Jugend so lange kämpfen werden, bis die MigrantInnen ein vollwertig akzeptierter Teil dieser Gesellschaft sind und die sozialen Verhältnisse für alle sich gebessert haben. Was sich jedoch seit unserer Gründung verändert hat, das können wir stolz behaupten, ist unsere Zusammenarbeit mit anderen Jugendverbänden. In allen Bereichen arbeiten wir mit Interessensvertretungen, Gewerkschaften, politischen Jugendorganisationen und -initiativen zusammen. Wir sind ein fester Bestandteil der Jugendverbandslandschaft.