Esther Bejarano, eine Auschwitz Überlebende erzählt in Köln

Dirim Su Derventli

„Ihr tragt keine Schuld für das was passiert ist, aber ihr macht euch schuldig, wenn es euch nicht interessiert“ – Esther Bejarano

Auschwitz Birkenau, das größte Konzentrationslager (KZ) des NS-Regimes, liegt im heutigen Oświęcim (Polen) und war eine der vielen und sicherlich eine der brutalsten Tötungsmaschinerien der Faschisten. Zwischen den Jahren 1941 und 1945 wurden in Auschwitz 1,1 Millionen Menschen ermordet, 900.000 von ihnen in den Gaskammern, für die Auschwitz (leider) berühmt war. Nur eine geringe Anzahl von Menschen überlebte Auschwitz, die Mehrheit von diesen Wenigen konnte entweder auf Todesmärschen oder Umdeportationen fliehen. So auch Esther Bejarano.

Esther Bejarano wurde am 15. Dezember 1924 in Saarlouis als Esther Loewy geboren. Als Tochter eines Oberkantors verschiedener jüdischer Gemeinden wurde sie 1941 im Zwangsarbeitslager Neuendorf bei Fürstenwalde/Spree interniert und am 20. April 1943 mit allen anderen Insassen des Arbeitslagers und weiteren über 1000 jüdischen Menschen nach Auschwitz deportiert. Sie überlebte Auschwitz als Musikerin im weiblichen Häftlingsorchester, dem sogenannten »Mädchenorchester von Auschwitz«. Von Auschwitz nach Ravensbrück verbracht, konnte sie auf einem der folgenden Todesmärsche entfliehen. Nach dem Kriegsende wanderte Bejarano nach Israel aus, wo sie in Tel Aviv und Be’er Scheva lebte. Unter anderem kehrte sie aufgrund der Unterdrückung der Palästinenser mit ihrem Mann und ihren Kindern nach Deutschland zurück.

Ihre Vergangenheit, aber besonders ihr Alter lässt sie niemals kalt. Heute hält die 92jährige bundesweit Lesungen, in denen sie aus ihren Erinnerungen vorliest und offen über das Geschehene erzählt. Nicht nur das, die Antifaschistin ist Mitglied und Sängerin der Rap-Band „Microphone Mafia“ und gibt heute immer noch Konzerte.

Sie ist einer der Letzten der Generation „Die Überlebenden des Holocausts“ und es ist eine einmalige Gelegenheit den Erzählungen und Erinnerungen der Zeitzeugin zuzuhören. Deshalb veranstalten am 26. Januar die DGB-Jugend Köln und DIDF-Jugend Köln eine Lesung und ein Zeitzeugengespräch, in dem Esther Bejarano von ihrem Leben in Auschwitz Birkenau erzählen wird.

Im letzten Jahr jährte sich die Befreiung von Auschwitz zum 70. Mal. Wir wollen an die Befreiung vom Faschismus erinnern, aber auch für die Zukunft mahnen.
Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg!

26.01.2016
19 Uhr DGB-Haus Köln
Der Eintritt ist frei.