Nazi-Angriff auf Jugendverband „Falken“

Zwei rechtsradikale griffen in Braunschweig einen Mitarbeiter der Sozialistischen Jugend – Die Falken vor dem Kinder- und Jugendzentrum SUB an. Der Falkenmitarbeiter wurde zu Boden geschlagen und am Boden liegend weiter geschlagen und getreten. Die beiden bisher unbekannten Täter hatten zuvor Aufkleber mit eindeutigen rechten Parolen an die Türen des Jugendzentrums geklebt. Sie wurden dabei von dem Mitarbeiter beobachtet. Als er das Jugendzentrum kurz darauf verließ, um die Aufkleber zu entfernen, griffen ihn die Männer an. Nur durch das Eingreifen seiner KollegInnen und von Passanten konnten die beiden Täter davon abgebracht werden, weiter auf ihn einzuschlagen. Es wurde Anzeige wegen gefährlicher Körperverletzung, Sachbeschädigung und Raub gestellt.
Die Tat reiht sich in eine zunehmend aggressivere Folge von Angriffen auf Einrichtungen, die Antirassismusarbeit machen und Geflüchtetenheime unterstützen. Am Abend, ein Tag vor dem Angriff randalierte eine Gruppe von sechs Personen aus dem Umfeld der Nazi-Szene Braunschweigs vor der selbigen Eingangstür des Kinder- und Jugendzentrums und versuchte sich gewaltsam Zutritt zu verschaffen. Die Personen hatten vorher an der Bragida-Demonstration am Platz der deutschen Einheit teilgenommen. Die herbeigerufene Polizei nahm die Personalien von einigen der Randalierer auf. In den letzten Wochen waren immer wieder Aufkleber mit rassistischem und neonazistischem Inhalt an den Türen des SUB gefunden worden. Nicht nur in Braunschweig werden Einrichtungen der Falken von Nazis angegriffen. Zuletzt am 3. Februar wurde das Haus des Bundesverbandes der Falken in Berlin mit Hakenkreuzen beschmiert.
In den letzten Jahren waren die Falken in Braunschweig immer wieder Ziel rechter Angriffe. 2010 griffen Nazis eine Veranstaltung im damaligen Falkenzentrum an, 2006 gab es einen versuchten Brandanschlag der „Braunen Armee Fraktion“ auf den Bulli der Falken. Momentan nimmt die rechte Gewalt massiv zu, sogar am helllichten Tag werden bspw. Migranten auf offener Straße oder in der Innenstadt mit der Begründung der Kölner-Silvestervorfälle, angegriffen. In einigen Städten haben sich sogenannte „Bürgerwehrgruppen“ gebildet, die nichts anderes sind, als rechtsradikale Gruppen, die versuchen diejenigen für ihre Sache zu gewinnen, die von der Spaltungspropaganda der Medien beeinflusst wurden und nun zur Tat greifen wollen. Die Aktivitäten und Stärkung der Naziszene haben seit den Pegida-Demonstrationen in vielen Städten deutlich zugenommen. Die mediale Stimmungsmacherei seitens der Politik und Medien gegen Geflüchtete scheint zudem genug Grund zu sein, für Nazis ein immer aggressiveres und brutaleres Vorgehen zu betreiben.