Elitebildung Hochschule

Die Bundesregierung und die -länder einigten sich drauf, das Eliteprojekt Exzellenzinitiative weiterzuführen. Kurz drauf wurden schon zwei neue Hochschulpolitische Projekte durch das Karriereförderprogramm finanziert.

Doch was hat die Exzellenzinitiative auf sich und wem dient sie?
Gesagt wird, dass diese Projekte die Qualität der Universität und der Forschung aufrechterhalten sollen und alle an der Universität davon profitieren würden. Durch die Schaffung von tausenden zusätzlichen
sogenannten „Tenure-Track-Professuren“ sollen mehr Stellen angeboten werden. Außerdem sollen kleine und mittelgroße Universitäten sowie Fachhochschulen für zehn Jahre mit insgesamt 50 Millionen Euro bezuschusst werden, wenn »deren Forschungen für Wirtschaft oder Gesellschaft besonders relevant sind«.
Hier wird schon ein wichtiger Aspekt angesprochen. Forschungen werden finanziert, wenn diese der Wirtschaft oder der Gesellschaft dienen. Denn in der Bildungspolitik ist es längst nicht mehr relevant, was gesellschaftlich wünschenswert ist, sondern eher, welche Themen den privatwirtschaftlichen Strukturen dienen. Die Selbstverwaltung der Wissenschaft und ihre Selbstkontrolle durch Kritik werden schleichend durch die Anpassung an Märkte und starker Führung ersetzt. Dies führt dazu, dass eine Organisation wie die Hochschule immer undemokratischer wird.
Es ist eine Elitenförderung. Dies führt vor allem zur einer großen sozialen Ungleichheit. Bei diesem Spiel gibt es wenige „Gewinner“ und dafür deutlich mehr „Verlierer“. Vor allem die soziale Herkunft ist ein wichtiger Faktor dafür, ob man zu den Gewinnern oder den Verlieren gehört.

Auch die wissenschaftlichen Angestellten an der Hochschule sind von der Ungleichheit und von der immer mehr werdenden Projektförderungen an den Hochschulen massiv betroffen. Nicht nur die damit herkommenden befristenden Stellen, sondern auch der Wettbewerbsdruck unter dem Lehrpersonal führt dazu, dass die soziale Herkunft immer größer von Bedeutung wird, dies zeigen neue Studien zu Schließungstendenzen in den Professoralen und bei den Juniorprofessuren.

Deutlich wird also, dass die Politik sich weit entfernt von der Realität bewegt. Statt Projekte zu verabschieden, die nur den Profitinteressen dienen, sollte sie sich sorgen um die immer größer werdende Spanne zwischen der Elite und dem Durchschnitt machen. Hierzu dient es nicht nur bestimmte Hochschulen zu finanzieren. Ein hohes Lehrniveau an allen Standorten ist wichtig für die Weiterentwicklung der Forschung.

Die Bedingungen, unter denen gelernt und gearbeitet wird, dürfen nicht in Hände von einer kleinen Gruppe. Ebenso darf der Zugang zur Hochschule kein Privileg bleiben. Vor allem muss der Zugang für Menschen aus prekären Verhältnissen oder mit Migrationshintergrund gewährleistet und gefördert werden.