Europa bröckelt

Das Vertrauen in die EU nimmt innerhalb der europäischen Völker mit jedem Tag mehr ab. Mehr und mehr zeigt die EU das, was sie wirklich ist: Eine politische Institution, die Konzernen, Managern und Kapitalbesitzern dient und ihre Interessen durchsetzt, um jeden Preis. Die Maske des Friedens nach zwei erlebten Weltkriegen und der eisernen Mauer gegen die sozialistische Gefahr aus dem Osten fiel nach und nach.

Aber: Die EU war von Anfang an so, viele haben es nur nicht gesehen oder sehen wollen, da zumindest auf Papier und in fröhlichen Reden immer ein Schein erweckt wurde: Der Schein der Solidarität und des Friedens.

Aber unter der Haut des faulenden Europa stand immer nur Gier, Profitmaximierung und Absatzmärkte, während der Bevölkerung der Frieden vorgegaukelt wurde. Im Endeffekt waren es aber immer die Versuche, ein Gleichgewicht zwischen vor allem den drei führenden Wirtschaftsnationen Deutschland, Frankreich und Großbritannien und ihren wirtschaftlichen oder militärischen (oder ist das nicht doch ein und das Selbe?) Interessen zu vermitteln. Man teilte die Kosten, versuchte aber die eigenen nationalen Konzerne in Vormachtstellung zu bringen, sowohl auf europäischer Ebene, als auch gegen die Weltmacht USA. Und meistens gelang es Deutschland, die erste Geige bei den Entscheidungen innerhalb des europäischen Blocks zu spielen, während Frankreich und Großbritannien meistens leer ausgingen. Deutschland benutzte Europa nach gutdünken, versuchte die Kosten weitgehend auf die anderen Staaten abzuwälzen und nach Innen den Eindruck zu erwecken, dass die deutschen Steuerzahler die armen Länder unterstützen würden. Jedoch waren es immer die deutschen Konzerne, die von deutschen Steuerzahlern über die EU finanziert wurden. Beispiel Griechenland: Die Abermilliarden, die Deutschland an Griechenland zahlte, passierten die deutsche Grenze nicht mal, sondern wanderten direkt in die Kassen der Deutschen Bank, die die griechischen Staatskredite vergeben hatte. Somit hatten wir nicht Griechenland gerettet, sondern die Deutsche Bank. Aber Politik und Medien schimpften im Einklang über die faulen Griechen. Das gleiche Spiel wurde auch bei anderen außen- und innenpolitischen Entscheidungen gespielt und am Ende wurde das Vertrauen der Europäer in die EU gebrochen, soweit, dass die Fassade der EU an allen Ecken und Enden bröckelt.

Bereits 1915, vor 101 Jahr schrieb Lenin: „Vereinigte Staaten von Europa sind unter kapitalistischen Verhältnissen gleichbedeutend mit Übereinkommen über die Teilung der Kolonien. Unter kapitalistischen Verhältnissen ist jedoch jede andere Basis, jedes andere Prinzip der Teilung als das der Macht unmöglich.“ Als Kolonien sehen die führenden Wirtschaftsmächte heute alle europäischen Staaten an und die Erwartung einer „gerechten“ Verteilung des Einkommens in den jeweiligen Ländern ist nichts als Träumerei. Lenin schreibt weiter: „Es kann nicht anders geteilt werden als „entsprechend der Macht“. Die Machtverhältnisse ändern sich aber mit dem Gang der ökonomischen Entwicklung.“ Und in einer solchen Phase befinden wir uns, sodass die Wege der führenden Nationen auseiandergehen.