AfD – Vom Goldhandel zur Finanzierung durch Großverdiener

Aziz Aslan

Generell sind die Parteien in Deutschland zumindest zu einer gewissen Transparenz, über die Art und Weise ihrer Finanzierung verpflichtet. Für eine so junge Partei wie die AfD, deren Gründung gerade mal etwas mehr als 3 Jahre zurück liegt, ist es allerdings sehr schleierhaft, wie man sich solch teure Wahlkampagnen leisten kann.

Auch wenn die AfD vorgibt, die Partei des kleinen Mannes zu sein, findet man im Parteiprogramm und damit den praktischen Vorhaben keinerlei Ziele zugunsten der normalen arbeitenden Bevölkerung. Das Wesen der Partei zeigt sich nicht nur am neoliberalen und rechtspopulistischen Parteicharakter. Nach ihrer Gründung finanzierte sich die AfD lange Zeit mit dem Goldhandel, bis vom Bundestag ein Gesetz verabschiedet wurde, welches dies unterband. Aus diesem Goldhandel heraus, welches weit entfernt vom Alltag des „einfachen Mannes“ ist, ergaben sich zusätzliche Förderungen vom Staat. Nachdem dies gesetzlich, auch rückwirkend auf das Jahr 2015 nicht mehr möglich war, musste sich die AfD neue Wege einfallen lassen um sich zu finanzieren. Ab diesem Zeitpunkt wurde es immer undurchsichtiger, aus welchen Quellen die AfD letzten Endes ihre finanzielle Kraft bezieht, um kostspielige Werbe- und Wahlkampagnen zu realisieren. Angefangen bei den Landtagswahlen in Hamburg, Bremen, Hessen, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt bis hin zu Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und auch für Berlin am 18. September 2016, tauchten in Millionen von Briefkästen die Gratiszeitung „Extrablatt“ auf. Geprägt von Artikeln, die gegen Geflüchtete hetzen und immer wieder vor der selbsterfundenen Angstmache einer Einwanderungsflut warnen, wird mit aller Offenheit dazu aufgerufen, die AfD zu wählen. Informationen über die Herausgeber ändern sich von Mal zu Mal. Bei den Ausgaben die in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg vorzufinden waren, stand der Name des Ex-Kommunikationsberaters der AfD Josef Konrad. Dennoch wird jeglicher Bezug zu dieser Zeitung von Seiten der AfD-Spitze zurückgewiesen. Ganz bestimmt auch aus dem Grund, dass weitere Recherchen zu dem Namen Michael Paulwitz führen, der als Mitglied der rechtsextremen Partei die Republikaner bekannt ist. Ein weiteres Beispiel für die Machenschaften der AfD, ist eine Werbeplakataktion in Mecklenburg-Vorpommern. Auf unzähligen großflächigen Plakatwänden wurde für die Wahlen erneut aufgefordert die AfD zu wählen. Getragen wurden die Kosten für diese Werbeaktion von der Goal AG, einer Werbeagentur mit Sitz im Schweizer Kanton Zürich. Auch in diesem Fall werden sowohl von Seiten der AfD, als auch vom Geschäftsführer der Goal AG, Alexander Segert, jegliche Beziehungen zueinander dementiert. Man versucht etwas offensichtliches zu bestreiten. Dabei ist das Schema dieser Schweizer PR-Agentur wohl definiert. In der Vergangenheit wurde diese bereits auffällig durch die Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Volkspartei (SVP) und den Rechtspopulisten der Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ).
Auch wenn die AfD versucht, gemeinsame Beziehungen zu verstecken, konnte man alle hier genannten Namen bei einer gemeinsamen Bootstour vor dem Kanzleramt in Berlin beobachten. Moderiert von Václav Klaus, Ex-Minister- und Staatspräsident von Tschechien, der auch in der Vergangenheit wichtige Positionen bei der Tschechischen Nationalbank vertrat. Ein Mix aus einflussreichen Großverdienern mit den Gemeinsamkeiten für das Interesse rechtspopulistische Parteien finanziell und strukturell zu unterstützen, aber jegliche Taten von sich zu weisen. Ein Paradebeispiel dafür, dass Großverdiener und Rechte versuchen, sich den Problemen des „kleinen Mannes“ anzunehmen. Das jedoch sieht definitiv anders aus. Hier wird deutlich wie speziell die Interessen des deutschen Kapitals versucht werden mit nationalem Charakter, Rechtspopulismus und neoliberaler Politik durchgesetzt zu werden. Die einzige Verbindung welches die Interessen des deutschen Kapitals mit den Interessen der arbeitenden Massen hat, ist der direkte Widerspruch. Mit leeren Phrasen wird die Gesellschaft gespalten. Aus dieser Tat profitiert einzig und allein das deutsche Kapital und die Leidtragenden sind letzten Endes die arbeitenden Massen. Allerdings haben die etablierten Parteien, wenn es um die Darlegung der Finanzierung der Parteien geht kein wirkliches Interesse daran eine erhöhte Transparenz zu entwickeln. Umso mehr gilt es zu erkennen und zu verstehen wessen Vertreter diese Parteien sind und wessen Interessen sie dementsprechend, im Folge dieser finanziellen Abhängigkeiten auch zu vertreten haben.