Solidarität stärkt uns alle!

Solidarität ist eine starke Waffe, wenn man sie nutzt. Manchmal ist sie sogar die einzige Waffe, die man zur Verfügung hat, vor allem, wenn man mit dem Rücken an der Wand steht und keine andere Möglichkeit hat, außer in die Offensive – direkt in das offene Messer- zu laufen.

Sie kann die Menschen fesseln und festigen und manchmal ist sie ein Zeichen für die Machtlosigkeit, in der man sich befindet und einem die Hände gebunden sind oder der Bewegungsraum so eingeschränkt wurde, dass man nicht weiß, wie man seine Gefühle, seinen Wut oder die Ziele, die man verfolgt, in die Tat umsetzen soll.

Es ist Solidarität, wenn man 101 Friedenstauben nachtrauert, die bei einem feigen Bombenanschlag ums Leben kamen, Solidarität zeigt sich, wenn 320000 Menschen gegen ein Abkommen zwischen Imperialisten die Straßen blockieren und Solidarität wird gelebt, wenn Menschen es nicht hinnehmen, dass die Meinungs- und Pressefreiheit in einem fernen Land beschnitten werden und die Menschenrechte keine Geltung mehr haben. Aber die Solidarität stößt nun auch an ihre Grenzen! Denn nur mit „Verurteilen“ und „fordern, dass es besser werden soll“ ändert sich wenig!

Die „Neue Weltordnung“, wie sie von „neoliberalen Raubtierkapitalisten“ propagiert wurde, nachdem der Ostblock und die Sowjetunion zusammenbrachen, hat sich nun vollständig durchgesetzt und kann seine bestialische Vernichtungskraft voll entfalten.

Kriege, Terror, Aufrüstung, Massenflucht, Vernichtung der Umwelt, Verknappung der Ressourcen und Reserven der Mutter Erde, Abbau von errungenen demokratischen, ökonomischen und politischen Rechten und die soziale Ungleichheit der materiellen Güter und des Reichtums sind in vollem Gange und die Menschheit steht am Scheidepunkt, sich zwischen Humanität und Vernichtung zu entscheiden.

Für die Humanität ist die Solidarität sicherlich eine Waffe, aber sie wird bei weitem nicht ausreichen, wenn man eine wirklich bessere Welt erkämpfen möchte. Die politische Linke muss diese Solidarität in jedem Bereich des Lebens zu einer Waffe formen, sie muss Konzepte entwickeln, die sie dem ganzen Übel entgegensetzt und die Menschen einen, weil die Menschheit eben nur zusammengehört und den wahren Frieden nur so erreichen kann.

Die Konflikte dieser Welt drehen sich alle um ein Thema: Macht und Geld. Wollen wir in einer Welt leben, in der wenigen Familien und ein Bruchteil der Menschheit auf Kosten des Restes lebt, oder wollen wir den Weg ebnen für die maximale Entfaltung der menschlichen Bedürfnisse? Bloße, abstrakte Solidarität, nur das Wir-sind-mit-euch-Gefühl würde das Ziel weit verfehlen. Es ist Zeit, dass Solidarität zu dem wird, was es wirklich ist: Der gemeinsame Kampf für Frieden, Demokratie und Gleichberechtigung.