Die AKP und die Buchmesse

Eren Gültekin

Einiges fiel auf der diesjährigen Buchmesse in Frankfurt auf. Die vermutlich größte Veränderung zum Vorjahr: Zwei Hallen weniger als zum Vorjahr. Dennoch zählt die Frankfurter Buchmesse mit 7000 Ausstellern zur größten Buchmesse der Welt.

Die zweite wichtige Veränderung: Die Repressionen in der Türkei gegenüber der Presse-und Meinungsfreiheit machten sich auch auf der Buchmesse bemerkbar. Lediglich 12 Verlage aus der Türkei nahmen an der Messe teil. Der Grund: Massive Unterdrückung und Repressionen, die gegenüber Kritikern und nichtregierungsnahen Medien geführt wird. 107 Journalisten befinden sich in Gefängnissen, etliche Verlage, Zeitungen und Fernsehsender wurden bereits geschlossen oder mit Geldstrafen mundtot gemacht. Dies führte dazu, dass sich viele Verlage und Medien nicht mehr trauen, Kritik auszuüben. Das veranlasste die Organisatoren der Buchmesse dazu, das Thema Presse- und Meinungsfreiheit in der Eröffnung zu thematisieren. So wurde die Grußbotschaft der türkischen Autorin Asli Erdogan, die seit mehr als 70 Tagen in Istanbul im Gefängnis sitzt, verlesen.

Proteste im Umfeld der Messe

Um auf die derzeitige Lage in der Türkei aufmerksam zu machen, rief die DIDF zu einem Protestmarsch vor und in der Messe auf. Mit Plakaten mit den Symbolen der kürzlich geschlossenen Fernsehsender und Bildern von inhaftierten Journalisten, Reportern und Autoren, die derzeit im Gefängnis oder in U-Haft sitzen, liefen Demonstranten durch die Büchermesse. Viele Messeteilnehmer zeigten großes Interesse an der Aktion und zeigten positive Reaktionen. Viele applaudierten, sprachen unterstützende Worte und machten Platz, damit die Protestierenden ihren Marsch ohne besondere Vorfälle zu Ende bringen konnten.

Auch war der Besuch der Journalisten Deniz Yücel, Türkeikorrespondent der Tageszeitung „Die Welt“ und Can Dündar, ehemaliger Chefredakteur der türkischen Zeitung „Cumhuriyet“, ein großes Thema, genauso die Buchvorstellung „Der Fall Erdogan – Wie uns Merkel an einen Autokraten verkauft“ der Linken-Abgeordneten Sevim Dagdelen.