Mehr als die Hälfte der Studierenden leidet unter starken Stressbelastungen

Eine kürzlich von der AOK mit der Uni Potsdam veröffentlichte Studie untersucht den Stress, dem Studierende ausgesetzt sind. 18.000 Studierende wurden befragt und 53% davon gaben an, im Studium enorm unter Stress zu leiden. Wie eine vergleichbare Studie aus dem Jahr 2015, lag der Anteil bei jungen Beschäftigten mit hohem Stresslevel bei 50%. Gründe dafür sind vor allem der geregelte Alltag und klare Strukturen.

Die Studierenden gaben an, dass sie unter Schlafstörungen leiden und sich „lustlos“ fühlen. Besonders Frauen leiden an der Hochschule unter Stress. Es gibt auch Unterschiede zwischen den Bundesländern. Vor allem sind aber Studierende, die sich noch im Bachelor befinden, überfordert mit ihrem Studium. Deutlich wird auch, dass an privaten und dualen Hochschulen der Stresspegel nicht so hoch ist, wie an den staatlichen Fachhochschulen und Universitäten.

Ein Ausdruck der Bologna-Reform
In der Auswertung der Studie wird auch auf die im Jahre 1999 eingeführte Bolognareform eingegangen. Durch die strengen Vorgaben und höheren Prüfungsbelastungen fühlen sich die Studierenden sehr unter Druck gesetzt und dies führt zum Stress. Die Studierenden haben das Gefühl möglichst schnell fertig werden zu müssen. Früher hatte man die ersten Semester als Eingewöhnungsphase genutzt. Mittlerweile muss man in ein Studium 35 Stunden investieren, Hausarbeiten, Vor- und Nachbereitung der Vorlesungen und Seminare auch viel Zeit kosten.

Erwerbstätige Studierende weniger gestresst?
Mehr als die Hälfe der Studierenden in Deutschland arbeitet zusätzlich neben ihrem Studium. Viele von ihnen finanzieren sich so ihr Studium. Interessant ist, dass Studierende, die arbeiten, weniger gestresst sind, vor allem, wenn es bis zu 15 Stunden in der Woche und im Idealfall auch eine Fachbereich-bezogene Tätigkeit ist. Die Beratungsanfragen sind seit Bologna um das 20-fache gestiegen.Dies muss besonders von der Politik ernst genommen werden und zum Handeln alarmieren. Der Prüfungsstress an der Hochschule muss abnehmen und Studierende durch Reformen wie Bologna nicht über Druck gesetzt werden.