Das System stößt an seine Grenzen

Deutschland steht im Visier der USA, da Deutschland einen massiven Leistungsbilanzüberschuss und einen deutlichen Handelsbilanzüberschuss im bilateralen Verhältnis mit den Vereinigten Staaten habe, so teilte das amerikanische Finanzministerium kürzlich mit. Deswegen werden die USA Deutschland weiter beobachten. Mit Trump verschärft sich nun auch der Ton „America First!“ und die deutsche Wirtschaftspolitik steht stärker im Visier . Denn Deutschland hat nach China den zweitgrößten Leistungsbilanzüberschuss in der Welt. Ein Leistungsbilanzüberschuss kommt dann zustande, wenn Länder – wie etwa Deutschland – deutlich mehr exportieren, als sie importieren und mehr Geld verleihen, als sie aufnehmen. Der starke Exportüberschuss wird unter anderem von einer schwachen Währung begünstigt, weil die ins Ausland verkauften Produkte dann billiger werden. Somit wirtschaftet Deutschland vor allem Süd- und Osteuropa, die unmittelbar in ihrem Einflussbereich liegen, platt, wie wir vor wenigen Jahren im Beispiel von Griechenland gesehen haben. Aber auch Asien, Afrika und Amerika werden von der deutschen „Übermacht“ nicht verschont und platt gewirtschaftet.

Der Überschuss, den die deutsche Wirtschaft in die Taschen stopft, könnte (zumindest in Teilen) wieder in Bildung, Gesundheit oder Soziales investiert werden, um eine menschliche und gerechtere Welt aufzubauen aber genau das Gegenteil passiert, weil das System nicht so tickt. Denn während die Produktion gesellschaftlich stattfindet, findet die Aneignung privat statt. Mit einem Hungerlohn (natürlich abhängig von der Region, wo man lebt) werden die Produzenten der Waren abgespeist, einen minimalen Anteil verdienen sie, um sich, ihre Familien und ihre Arbeitskraft wieder zu regenerieren, während das Kapital über Leichen geht und mit Spekulationen und hemmungsloser Ausbeutung Mensch und Umwelt bis zum äußersten seiner Grenzen treibt. Das Lohngefälle und die amtliche Armutsgrenze ist von Region zu Region relativ und variabel, aber dennoch ist es Fakt, dass fast nahezu alles ökonomische Reichtum in wenigen Händen gebündelt ist, während z.B. in Deutschland Kündigungen, Lohnkürzungen, Arbeitslosensanktionen und Abbau von sozialstaatlichen Leistungen auf der Agenda stehen. Dieser Milliardenumsatz und der damit erwirtschaftete Überschuss ist im Endeffekt nichts anderes, als die internationale Ausbeutung der abhängigen Länder und aller abhängig Beschäftigten in allen Regionen der Welt, an dessen Grenzen das ganze System längst gestoßen ist und eine Alternative längst überfällig wurde.