„Monument“- Frieden, Freiheit und Menschlichkeit

Bahar Güngör

Drei senkrecht aufgestellte alte Busse mitten auf dem Platz vor der Frauenkirche in Dresden. Sie erinnern an eine Schutzmauer, die von Zivilisten 2015 aufgestellt wurde, um sich vor Scharfschützen in Aleppo zu schützen. Die Kunstinstallation „Monument“ wurde vom deutsch- syrischen Künstler Manaf Halbouni entworfen und wird zwei Monate vor der Frauenkirche ausgestellt. Ein Kunstwerk welches auf das grausame Schicksal von Menschen im Nahen Osten aufmerksam machen und ein Zeichen für Frieden, Freiheit und Menschlichkeit setzen soll. Es geht aber auch um Hoffnung. Manaf Halbouni verbindet mit seinem Projekt die Hoffnung, dass Aleppo, wie Dresden nach dem Zweiten Weltkrieg, wieder aufgebaut wird.

Jedes Jahr wird in Dresden am 13. Februar an die Opfer von Krieg und Gewalt gedacht. Seit Jahren nutzen Neonazis diesen Tag für ihre Zwecke. Indem sie nur der Opfer des Luftangriffs der Alliierten 1945 gedenken und diesen als „Bombenholocaust“ betiteln, verharmlosen sie den Holocaust an den Juden und Massenmorde in der Sowjetunion. Seit sechs Jahren organisiert daher das Bündnis Dresden Nazifrei den Täterspuren-Mahngang, um das Gedenken am 13. Februar zu ändern und um zu zeigen, dass Dresden keine unschuldige Stadt war.

Dieses Jahr wird das Gedenken zusätzlich von dem Kunstprojekt „Monument“ begleitet. Bereits die Eröffnung der Ausstellung hatte zu Protesten von Rechtspopulisten geführt. Seit Oktober 2014 protestieren wöchentlich Pegida-Anhänger gegen Muslime und Geflüchtete in Dresden, da war zu erwarten, dass diese Kunstinstallation auf Kritiker stößt. Auch AfDler reihten sich in den Protest mit „Weg mit dem Schrott“ und „Schande, Schande“-Rufen ein. Mit seiner „Denkmal der Schande“- Rede hatte Björn Höcke bereits seinen neuen Weg der Gedenkkultur vorgezeigt. Dem folgen nun auch seine „patriotischen“ Anhänger.

Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert von der FDP sprach bei der Einweihungsrede: „Die Rechtspopulisten, die nicht nur in unserer Stadt, sondern überall in Europa an Zuspruch gewinnen, bauen auf das Vergessen“. Der steigende Rassismus trifft uns in vielen Situationen an. Wir hören von Übergriffen auf Geflüchtete und deren Unterkünfte. Wir sehen das Vorgehen der Polizei in Köln. Wir sehen das Eintreten von Parteien wie AfD in die Landtage. Daher ist es die Aufgabe eines jeden sich gegen Rassismus zu stellen und nicht zu vergessen.