DIDF: Gemeinsam statt Nebeneinander für politische Teilhabe und Mitgestaltung

Zum 21. März, dem internationalen Tag gegen Rassismus, erklärt die Bundesvorsitzende der Föderation demokratischer Arbeitervereine (DIDF), Sefariye Eksi: „Gegen den wachsenden Rassismus und Rechtspopulismus in Europa und in der Welt können wir nur geschlossen und gemeinsam vorgehen. Es ist längst Zeit, biologische, religiöse und kulturelle Unterschiede als menschliche Reichtümer zu verstehen, statt künstliche Grenzen zwischen Menschen und Völkern aufzubauen!“

Weiterhin kritisiert Eksi, dass Herrscher und Regierungen mit religiösen und ethnischen Konflikten bewusst Vorurteile schüren und das friedliche Zusammenleben aller Menschen gefährden. „Das gilt nicht nur für Diktatoren fernab von Deutschland, sondern findet mitten unter uns statt!“ so Eksi in ihrer Erklärung. „Das jüngste Beispiel ist die diplomatische Krise zwischen der Türkei und europäischen Staaten. Beide Seiten machen Wahlkampf auf Rücken der türkeistämmigen Migranten in Europa, um sich selber zu profilieren und ihren Einfluss auszubauen! Die Leidtragenden sind die Menschen, deren Lebensmittelpunkt hier ist, die aber zwischen den Fronten hin und hergerissen werden!“

Hierbei macht Eksi auf die aktuelle Debatte um den „Doppelpass“ in Deutschland aufmerksam. Unionspolitiker sowie Rechtspopulisten fordern einschneidende Veränderungen beim Doppelpass, weil diese sich nicht bewährt habe. Als Grund werden Erdogan-Anhänger in Deutschland angegeben. „Woher wissen Doppelpass-Gegner, welchen Pass ein Erdogan-Befürworter oder Gegner jeweils besitzt, so dass die Schlussfolgerung, dass der Doppelpass gescheitert ist, gezogen werden kann?“ fragt Eksi.

Ihre Organisation positioniert sich hier klar und eindeutig: „Nicht die doppelte Staatsbürgerschaft beeinträchtigt die Loyalität der Türkeistämmigen zu Deutschland, sondern die verfehlte Integrationspolitik. Die türkeistämmigen Jugendlichen fühlen sich eher zu Hause in Deutschland, wenn sie sich anerkannt, vertreten und dazugehörig fühlen und nicht, wenn sie sich zwischen dem deutschen Pass und dem der Eltern entscheiden müssten.“

„Diese verfehlte Diskussion über Doppelpass muss endlich wieder vom Tisch und wir müssen darüber reden, wie eine erfolgreiche Integration stattfinden kann. Erst wenn das Problem der prekären Beschäftigung, Leiharbeit, Ausbildungsplatzmangel, Diskriminierung und Perspektivlosigkeit angepackt wird, werden sich Türkeistämmige nicht Richtung Türkei orientieren, sondern sich hier heimisch fühlen.“ so Eksi weiter.

Den ersten Schritt, um das Miteinander zu fördern, statt nur Nebeneinander zu stehen, sieht die DIDF darin, das allgemeine Wahlrecht für alle einzuführen, unabhängig von der Staatsbürgerschaft. In der Erklärung zum Kampagnenstart am 21. März „Wir haben auch eine Stimme – Wahlrecht für alle!” steht: “In Vereinen und Institutionen wie den Gewerkschaften stehen demokratische Rechte allen unabhängig von ihrer Staatsangehörigkeit zu. Die Herkunft ist kein Kriterium für eine Mitgliedschaft. Nur mit diesen Rechten ausgestattet, können alle Menschen in Deutschland zusammen eine gemeinsame Zukunft aufbauen. Deshalb fordern wir das Wahlrecht für alle, damit Menschen mit und ohne Migrationshintergrund, deren Lebensmittelpunkt Deutschland ist, zusammen ihre Zukunft gestalten können, unabhängig von ihrem Pass.”

Bundesvorsitzende der Föderation demokratischer Arbeitervereine (DIDF), Sefariye Eksi