DIDF-Jugend positioniert sich für die Zukunft

Sie ist seit fast 20 Jahren in Deutschland aktiv und von vielen politischen Events nicht mehr wegzudenken: Die Jugendorganisation der Föderation der demokratischen Arbeitervereine (DIDF).

Auf ihrer Bundeskonferenz im Frühjahr 2016 hatte sie beschlossen, in einem Jahr eine Delegiertenkonferenz durchzuführen und sich und ihre Arbeit kritisch zu beleuchten. Zwischen dem 7. und dem 9. April fand diese Delegiertenkonferenz nun statt. Über 40 Delegierte trafen sich in Neuss am Rhein und diskutierten über die Schwerpunkte der vergangenen und zukünftigen Arbeit des Jugendverbandes in Deutschland. Gewählte und delegierte Vertreter der Ortsverbände reisten aus dem ganzen Bundesgebiet an, um die vorher in den Ortsgruppen besprochenen Themen und Schwerpunkte zu beraten und mit Beschlüssen und Anträgen, die im Vorfeld gestellt wurden, sich für die Zukunft zu positionieren.

Analyse der aktuellen Zeit

In ihrem Eingangsplenum beschäftigten sich die Delegierten mit den politischen Rahmenbedingungen, denen die Jugend in Deutschland und international ausgesetzt ist. Den Schwerpunkt bildete hierbei die Situation in der Türkei und ihre Auswirkungen auf die türkeistämmige Jugend in Deutschland. So wurde über das Referendum zur Verfassungsänderung lang und ausführlich diskutiert und des öfteren wurde festgestellt, dass die Polarisierung der Bevölkerung dort in der Türkei auch hierhin nach Deutschland geholt werde.

Einen weiteren Schwerpunkt der Versammlung bildete die besorgniserregende Rechtsentwicklung vor allem in europäischen Nachbarländern sowie die immer stärker zunehmende aggressive Innenpolitik in Deutschland. Sowohl die rechtspopulistische und rassistische AfD, als auch gleichartige Strömungen und Parteien im europäischen Ausland, ihre Thesen und Forderungen wurden diskutiert und einhellig wurde betont, dass Rassismus und Rechtspopulismus keine Lösungen für vorhandene Probleme bieten, sondern lediglich eine falsche Adresse für die soziale und ökonomische Schieflage in der Welt zeigen.

In diesem Kontext sprachen die Delegierten auch über die bevorstehenden Bundestagswahlen. Die Delegierten betonten die Wichtigkeit dessen, dass bei der Diskussion um die Bundestagswahlen die reale Lebenssituation der Jugend in Deutschland nicht vergessen werden darf. Dazu zählten vor allem Arbeits– und (Aus-)Bildungsbedingungen der Jugendlichen, welche mit jedem Tag schlechter werden.

Kritische Betrachtung der eigenen Realität

In diesem Sinne wurde die eigene Arbeit sowohl bundesweit als auch lokal genauer unter die Lupe genommen. In einer ersten Runde der Selbstreflektion machten die Redner auf die eigenen Stärken und Schwächen im Hinblick auf die Herausforderungen der Zeit aufmerksam. In einer regen Diskussion versuchte man die festgestellten Mängel der Arbeit zu lösen oder Lösungsansätze zu finden. Das gleiche galt auch für positive Erfolge, wie z.B. die Aufnahme des Vereins in den Deutschen Bundesjugendring, die Einführung eines Abo – Systems für die vereinseigene Zeitschrift „Junge Stimme“ sowie die starke Beteiligung an bundesweiten Demonstrationen und Aktionen in letzter Zeit. In Bezug auf die lokalen Aktivitäten konnten die Ortsvertreter insbesondere aus den Erfahrungen der anderen Orte lernen und sich neue Ideen für die Basisarbeit holen.

In einer darauf folgenden Workshopphase betrachteten die Delegierten vor allem ihre Bündnisarbeit mit weiteren Jugendorganisationen, die Öffentlichkeitsarbeit und die Basisgruppenarbeit in Betrieben, Schulen und Hochschulen.

Kein Ende, sondern ein Anfang

Während der gesamten Delegiertenversammlung wurde die Auseinandersetzung mit der konkreten politischen und kulturellen Arbeit stets betont und viel Wert auf Selbstreflektion gelegt. So wurde auch das jährliche Sommercamp kritisch diskutiert und für das Camp 2017 wurden neue Ideen und Ansätze geasmmelt. So sollen neue Workshops, Arbeitsgruppen und Seminare angeboten und die Freizeitgestaltung auf dem Camp flexibel gestaltet werden. Die Delegierten gaben dem aktuellen Bundesvorstand den Arbeitsauftrag mit auf den Weg, die Rahmenbedingungen für diese neuen Vorschläge in die Planung und Durchführung des Sommercamps zu schaffen.

Zu der Öffentlichkeitsarbeit und den Publikationen der DIDF-Jugend wurde intensiv über die „Junge Stimme“, dem Organisationsorgan, gesprochen. Viele Vorschläge zu einer besseren inhaltlichen Ausstattung der Zeitschrift wurden angebracht. Ebenfalls wurde ein neues Abosystem beschlossen und die gesamte Organisation hat sich als Ziel gesetzt, in den kommenden Wochen bis zu 300 Abos abzuschließen.

Neben diesen Beschlüssen wurde auch ein Arbeitskonzept des Bundesvorstandes mit Inhaltsschwerpunkten für die Bundestagswahl 2017 diskutiert, weiterentwickelt und von der Delegiertenversammlung einstimmig angenommen. Dieser beinhaltet die Kampagne „Wahlrecht für alle!“, der vom Mutterverband DIDF angestoßen wurde und von der Jugendorganisation weitergeführt werden soll sowie die inhaltlichen Säulen zu Arbeit und Soziales und Krieg und Militarisierung. Zuversichtlich waren die Delegierten darüber, dass in Zukunft, trotz erschwerten politischen Rahmenbedingungen, die eigene Arbeit auf festen inhaltlichen Standbeinen weiterentwickelt wird. Mit dem Versprechen, alles Mögliche dafür zu unternehmen, damit die Arbeit effektiver und intensiver durchgeführt wird, verabschiedeten sich die Vertreter voller Zuversicht zu ihren Orten bis zum nächsten Treffen.