G20 ist das Problem, nicht die Lösung

Die Bundesregierung beschreibt die G20 „als das bedeutendste Forum für wirtschafts- und finanzpolitische Zusammenarbeit“. Der selbsterhobene Anspruch der versammelten Staats- und Regierungschefs samt Lobbyisten und Wirtschaftsvertretern im Schlepptau besteht laut eigener Definition also darin, den Kapitalismus zu managen, seine Krisen zu bewältigen und vor allem die Weltwirtschaft in Schwung zu halten. Dabei bewegen sich die Themen des G20-Gipfels um die Kernthemen unserer Zeit, die den Menschen unter den Nägeln brennen und dringend humane Lösungen suchen: Kriege, Flucht, Armut, Klimawandel und Epidemien. Jeder einzelne Punkt könnte Bände füllen, aber die Antwort der G20-Staaten ist immer gleich: Wirtschaftswachstum, Freihandel, Schaffung privater Investitionsmöglichkeiten und in deren Folge umfassender Sozialabbau. Dabei verkennen und vertuschen sie mit Absicht, dass genau diese neoliberale und auf Profitmaximierung ausgerichtete Politik, die der Welt und ihren Völkern von ihnen diktiert wird, genau die Probleme schaffen, gegen die sie sich vermeintlich und Alibi-mäßig stellen wollen!

Angeblich wollen die G20 den „Klimawandel“ stoppen. Dabei sind sie für 82 Prozent der weltweiten Kohlendioxidemissionen verantwortlich.

Mehr als 800 Millionen Menschen haben nicht genug zum Essen und jährlich sterben 20 Millionen Kinder an Hunger, während die weltweite Landwirtschaft mit den Möglichkeiten von heute Nahrungsmittel für fast 12 Milliarden Menschen produzieren könnte. Hunger ist ein Problem der Profitmaximierung und als solches so eng mit dem Kapitalismus verbunden. Es ist lediglich Heuchelei, den Hunger durch Ausbeutung und Vernichtung von Lebensraum auf der einen Seite zu schaffen und auf der anderen Seite sich in Worten dagegen zu stellen.

Das gleiche gilt für Gesundheit und Bildung: Verarmung, Abschaffung staatlicher Gesundheitsvorsorge, Privatisierung von Krankenhäusern und die ausbleibende Finanzierung von Forschung sowie Prävention sorgen für den unnötigen Tod von Millionen von Menschen weltweit.

Stattdessen werden Stellvertreterkriege in verschiedenen Regionen der Welt initiiert und durch Waffenverkäufe der führenden G20-Länder in andere Regionen der Welt wird den Menschen das Recht auf Leben weggenommen.

Genau aus diesem Grund befinden sich über 60 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht. An jedem Krieg dieser Welt sind gleich eine ganze Reihe G20-Ländern beteiligt und ihre Antwort ist immer die gleiche: Bomben statt Frieden. Das ist auch die wesentlichste Ursache für die Zunahme von Konflikten und Terrorismus in den letzten Jahren.

Es sind also genau die Verursacher und Antreiber all der genannten Probleme, die sich in Hamburg versammeln wollen. Dabei haben sie inzwischen auch massive Widersprüche und Polarisierungen untereinander, sodass es naiv wäre, zu erwarten, dass sie miteinander arbeiten wollen, um Probleme zu lösen, statt nur an ihre eigenen und die Interessen ihrer Monopole zu denken. Nicht zuletzt die raubtierkapitalistische Führung der Welt und ihre Heuchelei beweisen, dass die G20 Teil des Problems ist und nicht ihre Lösung.