Klimakonferenz 2017 – BRD verliert an Glaubwürdigkeit

Eren Gültekin

Die 23. UN-Klimakonferenz fand dieses Jahr zwischen dem 6. und 17. November in Bonn mit rund 22000 Teilnehmern (Wissenschaftler, Aktivisten, Journalisten und Politiker) aus

aller Welt statt. Auf der Konferenz ging es um die Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommen das vor zwei Jahren verabschiedet worden war. Vorrangig ging es dabei um die Begrenzung der globalen Erwärmung auf unter 2°C. Mitte 2017 hatten die USA ihren Austritt aus der Vereinbarung angekündigt. Somit sind sie das einzige Land der Welt, das dem Abkommen nicht zustimmte.

In Bonn ging es darum, sich auf Regeln und Richtlinien zu einigen, wie man Abgase eindämmen könnte. Der Fokus hierbei wurde auf das Jahr 2020 gelegt, wo der Pariser Klimavertrag verschärft inkrafttreten soll. Eine weitere große Debatte drehte sich um die Finanzierung der Kosten von Naturkatastrophen bedrohter und gepeinigter Länder. Vor allem ärmere Regionen der Welt können die Kosten für Dürren oder Überschwemmungen nicht stemmen. Jan Kowalzig von der Organisation Oxfam erklärte hierzu: „Wir sind erleichtert, dass die Industrieländer nachgegeben haben“. Unklar bleibt, wobei! Denn es wird keine komplette Unterstützung geben, lediglich Unterstützung zur Prävention. Vor allem die Industrieländer haben zwei Wochen lang gemauert und erfolgreich verhindert, den Finanzierungsfragen im Umgang mit Verlusten und Schäden infolge des

Klimawandels auf kommenden Konferenzen den nötigen Raum zu geben. Das ist ein übles

Manöver gegenüber den ärmsten und vom Klimawandel extrem bedrohten Länder. Interessant war die gespaltene Delegation der USA. Die offizielle Seite war der Meinung vom Präsident Trump, es gebe keinen Klimawandel. Die inoffizielle zweite Delegation geführt vom kalifornischen Gouverneur, betonte, dass die Bundesstaaten und Städte für Klimawandelkosten einspringen würden, auch wenn die Regierung das Ziel nicht erreiche.

Eine weitere Nachricht vom Klimagipfel war die Ankündigung von 18 Ländern, aus der Kohleenergie aussteigen zu wollen. Der deutsche Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth erklärte, es gebe noch eine Reihe an Details zu klären jedoch das sie in Bonn ein gutes Stück vorangekommen seien. Sehr fragwürdig diese Schlussfolgerung, denn Deutschland gehört nicht zu diesen 18 Ländern, die aus der Kohleenergie aussteigen wollen. Das deutsche Ziel, die Treibhausgase um 40 Prozent bis 2020 zurückzufahren, scheint noch weit entfernt zu sein. Das ausgerechnet Deutschland diese Ziele nicht erreicht und keine Vorbildfunktion einnimmt, wird stark kritisiert. Dies wurde von der Bevölkerung und viele Organisationen natürlich nicht so hingenommen, weshalb schon vor Beginn der Konferenz und auch während der Konferenz Tausende von Menschen für den Kohle-Ausstieg und eine Energiewende in Bonn auf die Straßen gingen.