Klüh-Reinigerinnen kämpfen gegen ihre Kündigung

Die Reinigungskräfte der Firma Klüh am Düsseldorfer Flughafen, sollen alle zum 31. Dezember entlassen werden. Davon betroffen sind 168 Beschäftigte, die den Terminal seit mehreren Jahren reinigen. Gearbeitet wird in drei Schichten, fast alle Kolleginnen arbeiten 7.5 Stunden pro Tag. Das ist für die Reinigungsbranche eher unüblich, dass man fast Vollzeit arbeitet. Man verdient in der Branche gerade mal durchschnittlich 1700 € brutto im Monat, also nicht viel.  Aufgrund der hohen Mieten ist es gerade für Beschäftigte, die wohnhaft in Düsseldorf oder Essen sind, sehr schwierig, mit dem niedrigen Lohn zu überleben. Einige Klüh-Reinigerinnen sind alleinerziehend, das macht die Sache noch schwieriger. Jetzt möchte man denen selbst diese Grundlage zum Überleben entziehen, sie sollen in die Arbeitslosigkeit abgeschoben werden, trotz langen Jahren von harter Arbeit und Profite für Klüh.

Der Flughafen hatte eine neue Ausschreibungen eingeleitet und entzog sich jeglicher sozialer Verantwortung. Statt auf den neuen Dienstleister Druck auszuüben, um die Beschäftigten von Klüh mit all ihren Rechten unbefristet zu übernehmen, will der Flughafen lieber in diesem Bereich sparen. Denn die Firma Dr. Sasse war in der Ausschreibung billiger als die Firma Klüh. Die neue Firma hat zwar den Beschäftigten die Möglichkeit eingeräumt, sich zu bewerben, aber nur mit befristeten Arbeitsverträgen, obwohl der Vertrag zwischen Dr. Sasse und dem Flughafen für 5 Jahre unterzeichnet wurde. Mit befristeten Arbeitsverhältnissen lässt es sich schließlich besser ausbeuten und man kann die Reinigungskräfte besser unter Druck setzten. Die Firma Klüh macht es sich auch einfach, erstmal alle zu entlassen obwohl etliche andere Objekte in Düsseldorf und Umgebung von der Firma betreut werden. Die Reinigungskräfte sind über diese Situation sehr verärgert. Seit Wochen wehren sie sich mit ihrer zuständigen Gewerkschaft, der IG BAU, dagegen. Es gibt Infostände, Demonstrationen und es gibt ein Solidaritätsaufruf mit Unterschriftenliste den man online unterzeichnen kann: https://weact.campact.de/petitions/ubernahme-und-weiterbeschaftigung-der-kluh-reinigerinnen-am-dusseldorfer-airport


Man wirft uns auf die Straße wie Vieh!

Hanna Weber*

Ich arbeite seit über 10 Jahren bei Klüh am Flughafen. Seit Jahren haben wir für die Firma hart gearbeitet, wir haben immer uns immer Mühe gegeben, immer wenn Überstunden gemacht werden mussten, haben wir das gemacht, haben uns bemüht, damit die Firma vom Flughafen keine Beschwerde bekommt und somit immer wieder den Auftrag bekommt. Manchmal haben wir die Reviere von 2 Personen übernommen. Viele von uns sind erkrankt durch die Arbeit. Ich bin fassungslos, dass wir in die Arbeitslosigkeit geschickt werden! Warum macht man das mit uns? Die Firma Klüh ist doch nicht pleite, sondern hat noch viele Objekte, wo man uns unterbringen könnte. Zum Glück sind wir gut in der Gewerkschaft organisiert und froh über die Unterstützung. Egal wo wir nach dieser Auseinandersetzung unterkommen werden, ich werde weiter in der IG BAU bleiben und wir müssen uns überall organisieren.

*Name geändert


Klüh-ReinigerInnen entschlossen im Kampf!

Mahir Sahin (IG BAU Gewerkschaftssekretär)

Die KollegInnen haben sich vor kurzem in einer Mitgliederversammlung einstimmig entschieden, trotz einer Verbesserung der vom Unternehmen angebotenen Abfindungssumme und einigen Rücknahmen von Kündigungen weiter aktiv und noch intensiver in die Auseinandersetzung mit der Firma Klüh zu gehen. In der Versammlung haben sie eine Tarifkommission gebildet und machen jetzt ernst. Sie fordern einen Sozialtarifvertrag mit angemessenen Abfindungssummen für alle und die Weiterbeschäftigung bei Klüh. Das Besondere an diesem Kampf ist, dass die IG BAU ohne den Betriebsrat und deren eher mager ausfallenden Sozialplan für Ihre Gewerkschaftsmitglieder einen Sozialtarifvertrag einfordert. Normalerweise ist es üblich, dass Sozialtarifverträge durch Gewerkschaften in Betrieben abgeschlossen werden. Trotz den schwierigen Umständen sind die KollegInnen sich einig, wenn es nicht schnell zu einem Sozialtarifvertrag kommt, dann wird es am Düsseldorfer Flughafen zu Streiks kommen und dann müssen die Passagiere mit schmutzigen Toiletten und dreckigen Gates rechnen. Die Belegschaft ist gewerkschaftlich gut organisiert und bereit für den Erhalt der Arbeitsplätze zu kämpfen. Auch die Forderung gegenüber der Mitbewerber-Firma Dr. Sasse ist klar: Übernahmegarantie für alle 168 Beschäftigten. Dem Auftraggeber der Düsseldorf Flughafen GmbH ist es anscheinend egal, was mit den Reinigungskräften am Flughafen passiert. Er schiebt den Schwarzen Peter auf die Konkurrenzfirma. Doch: Der Flughafen steht in der Verantwortung, schließlich wurde der Reinigungsauftrag neu vergeben. Die Verantwortlichen am Flughafen sollten den Druck auf den neuen Dienstleister erhöhen und sich stark machen für die unbefristete Übernahme der Reinigungskräfte. Der Flughafen sollte endlich handeln.