In der heißen Phase

Die Föderation Demokratischer Arbeitervereine (DIDF) veranstaltet vom 23. – 25. Februar 2018, unter dem Motto „Zusammen Leben, Zusammen Kämpfen, Zukunft Gestalten“, ihren 20. Bundeskongress in Frankfurt am Main. Wir haben ein Interview mit Düzgün Altun vom geschäftsführenden Bundesvorstand der DIDF geführt.

YH: Im Februar findet der bereits 20. Bundeskongress der DIDF statt. Wie sehen die Vorbereitungen dazu aus?

Düzgün Altun: Die Vorbereitungen laufen auf zwei Ebenen. Einmal natürlich auf der Bundesebene. Beim vergangenen Kongress hatten wir am Freitag Abend zum Auftakt einen sehr erfolgreichen kulturellen Empfang, bei dem Grußworte gesprochen wurden und unterschiedliche Künstler musikalische Darbietungen erbrachten. Dieses Jahr werden wir eine Diskussionsveranstaltungen über Bildung und die soziale Fragen mit unseren Mitstreitern und Bündnisspartener durchführen. Die zweite Ebene bildet das, was in den Orten passiert. Wir sind hier in der heißen Phase. Ein Großteil der DIDF Ortsgruppen hat im November und Dezember die eigenen Ortskongresse durchgeführt. Weitere folgen im Januar. Diese sind deshalb so wichtig, weil die Diskussionen, die bei den Ortskongressen, also direkt an der Basis, geführt werden, ebenfalls in die Diskussion des Bundeskongresses einfließen sollen und müssen.

YH: Welche Diskussionen werden in den Orten geführt?

Düzgün Altun: das unterscheidet sich zwar von Ort zu Ort, da jede Stadt unterschiedliche Gegebenheiten und Bedürfnisse stärker hat, als andere, aber dennoch beobachten wir verschiedene Schwerpunkte verstärkt. Arbeitsleben ist so einer. Mitte Dezember hat z.B. unsere Mitgliedsvereine in Hamburg, Geislingen, Nürnberg und Bielefeld ihre Ortskongresse durchgeführt. In Hamburg haben Arbeiter*innen und Betriebsräte von u.a. Federal Mogul, Blohm & Voss, Deutsche Post und Deutsche Extrakt Kaffee teilgenommen. Wir legen großen Wert darauf, dass Gäste, mit denen wir zusammenarbeiten, an den Kongressen teilnehmen und ihre Perspektive mit einbringen. Um in Hamburg zu bleiben, waren Axel Hopfmann, der Sprecher des Hamburger Bündnisses für mehr Personal im Krankenhaus, sowie Sandra Zeiller, eine der Sprecherinnen des KiTa-Netzwerks in Hamburg zu Gast und berichteten von den Problemen in der Pflege, das ja auch besonders in der letzten Phase der Bundestagswahl ein großes Thema war, und von der Überlastung der Erzieher in Kindertagesstätten. In anderen Orten wird stärker über Wohnungsnot, ein großes Problem in vielen deutschen Städten, und natürlich auch über Rassismus und Rechtspopulismus gesprochen.

YH: Es ist also sehr viel los in den Orten. Wie werden die Diskussionen der Orte in den Bundeskongress getragen?

Düzgün Altun: Auf den Ortskongressen werden nicht nur die neuen Vorstände gewählt, sondern auch die Delegierten für den Bundeskongress. Einige machen das direkt beim Kongress, andere bei der nächsten Mitgliederversammlung. So wollen wir sichergehen, dass die Diskussionen auch auf der Bundesebene widergespiegelt werden. Die Themen, die ich eben angesprochen habe, werden auch auf dem Bundeskongress behandelt und auch Entscheidungen und Forderungen dazu gefasst. Auch das Thema Rassimus und Ausgrenzung wird ein Schwerpunkt sein. Themen, wie die Pflege, Erziehung und Bildung, Wohnungsnot, bezahlbarer Wohnraum und Wahlrecht für alle und Rechte für Geflüchtete stehen ebenfalls auf unserer Tagesordnung. Genauso wie die Menschen in Deutschland von vielen Problemen auf einmal betroffen sind, werden unsere Diskussion und unsere Forderungen breit aufgestellt sein!