Die „NSU Monologe“ an der Universität Hamburg

Hevidar Isik

Die DIDF-Jugend-Hochschulgruppe an der Universität Hamburg lud alle interessierten Studierenden und Einwohner zu ihrer Veranstaltung „NSU Monologe“ ein. Die Veranstaltung wurde unterstützt vom AStA der Universität Hamburg, der DGB-Jugend-Hochschulgruppe, ver.di-Studierendengruppe und von der „Bühne für Menschenrechte“, die das Stück geschrieben und gespielt hat. Rund 400 Menschen kamen zu der Veranstaltung, um die Geschichte und die Erlebnisse der Familien von den NSU Opfern Kubasık, Simsek und Yozgat in Form des Theaterstücks „NSU-Monologe“ nachzuempfinden. Fünf Schauspieler sprachen und spielten Auszüge aus dem Leben von Adile Simsek, Ehefrau von Enver Simsek, der am 11. September 2000 in Nürnberg, von Elif Kubasık, dessen Ehemann Mehmet Kubasık am 4. April 2006 in Dortmund und die Geschichte von Ismail Yozgat, dem Vater von Halit Yozgat, der am 6. April 2006 in Kassel vom NSU erschossen wurde. Die Erlebnisse werden in Form von Monologen nacherzählt.

Im Anschluss des Stückes fand eine Podiumsdiskussion mit Sedat Kaya (Mitglied des Bundesvorstandes der DIDF-Jugend) und Franziska Hildebrandt (AStA-Vorsitzende der Universität Hamburg) statt. Das Ziel der Podiumsdiskussion war, neben dem Gedenken an die Opfer der NSU und der Auseinandersetzung mit den Kämpfen der Familien, zu verdeutlichen, dass Rassismus noch immer einer der wichtigsten Faktoren ist, der das Zusammenleben der Menschen in Deutschland gefährdet. Kaya betonte in seinem Beitrag: „Wir können Rassismus nur entgegenwirken, wenn wir verstehen, dass er auf Basis sozialer Probleme entsteht und wir den gemeinsamen Kampf für die Lösung dieser sozialen Probleme noch stärker in den Vordergrund rücken müssen“. Hildebrandt hob hervor, dass auch die Lehre eine wichtige Verantwortung für den Frieden in der Gesellschaft hat. Hochschulen sollen gezielt Friedensforschung und Völkerverständigung fördern und sich damit progressiv in die gesellschaftliche Entwicklung einmischen.