Kostenlose Gesundheitsversorgung für all!

In Hamburg wächst die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter. Dieser Zustand ist auch im Bereich der Gesundheit zu spüren. Um diese Probleme mit der Bevölkerung zu diskutieren hat der Abgeordnete der Hamburgischen Bürgerschaft Deniz Celik gemeinsam mit Gesundheitsexperten eine Veranstaltung im Hamburger Stadtteil Willhelmsburg durchgeführt, in dem bekantlich viele Migranten und von Armut betroffene Menschen leben. Die Veranstaltung wurde unterstützt durch die Linksfraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft so wie von der Stadtteilgruppe der DIDF (Föderation demokratischer Arbeitervereine) in Willhelsmburg und war mit 70 Personen gut besucht. Gesprochen haben Philipp Dieckel und Franziska Franz vom Stadtteilgesundheitszentrum Poliklinik Veddel, der Gesundheitsexperte Bernd Kalvelage und Deniz Celik. Die Veranstaltung wurde von der ehemaligen Hamburgischen Bürgerschaftsabgeordnete Kersten Artus moderiert.

Deniz Celik wies darauf hin, dass die schlechte Gesundheitslage in den ärmeren Stadtteilen Hamburgs mit der dortigen Armut verbunden ist. Demnach zeigen auch verschiedenste Studien, dass reiche Menschen länger leben als arme Menschen. Zum Beispiel gibt es in den von Armut betroffenen Stadtteilen Willhelmsburg und Billstedt deutlich zu wenig Ärzte. Celik erklärte, dass dies auch mit dem verschiedenen Krankenkassensystem zu tun hat und forderte den Übergang zu einer gleichen Gesundheitsversicherung für alle. Celik fordert eine kostenlose Gesundheitsversorgung für alle. Nach

Philipp Diecker und Franziska Franz erklärten, dass sie das Stadtteilgesundheitszentrum Poliklinik Veddel initiiert haben um freiwillige kostenlose Gesundheitsversorgung im Stadtteil Willhelsmburg anbieten zu können, dies aber ein Konzept sein müssen, dass von den Behörden finanziert und getragen werden sollte. Dies sei insbesondere in ärmeren Stadtteilen ein wichtiger Bedarf. Sie verstehen ihren Kampf für eine bessere Gesundheitsversorgun auch als einen Kampf gegen Ungerechtigkeit und fordern Ärzte und die Medizinwelt dazu auf diese Probleme stärker aufzugreifen.

Bernd Kalvelage informierte darüber, dass die ständige Vermehrung von gesundheitlichen Problemen eng damit verbunden ist, dass immer mehr Menschen im Niedriglohnsektor und unter stressigen Arbeitsbedingungen arbeiten müssen. Ebenso ist die Wohnungsnot, die Angst vor Arbeitslosigkeit, die wachsendend Kriege und Gewalt in der Welt sowie die allgemein sich verschlechternden Lebensbedingungen ein Grund für das fortschreiten von Gesundheitsproblemen.