Erklärung des DIDF Bundesvorstands zu Austritten in der IG Metall

Angesichts des Aufrufs der AKP-nahen Allianz Deutscher Demokraten (AD) an türkeistämmige Arbeiter zum Austritt aus der IG Metall, hat der Bundesvorstand der DIDF eine Erklärung veröffentlicht. Angeblicher Auslöser dafür war die Einladung der Linke-Bundestagsabgeordneten Sevim Dağdelen als Rednerin auf einer Gewerkschaftsveranstaltung. “Die IG Metall führt derzeit von Warnstreiks begleitete Tarifverhandlungen und für ihre 4 Mio. Mitglieder. Da dürfte der gewählte Zeitpunkt dieser Kampagne alles andere als purer Zufall sein”, so DIDF.

In der Erklärung betont der Bundesvorstand, dass Veranstaltungen, die die aktuelle Situation in der Türkei, behandeln, keinesfalls einfach als feindselige Aktion gegen die Türkei angesehen werden können. Zudem wird nochmal an den Solidaritätssinn zwischen den Arbeitern erinnert:Die Solidarität mit unseren Kolleginnen und Kollegen in der Türkei liegt auch im Interesse der Beschäftigten in Deutschland. Die Tatsache, dass die Metallarbeiter sich in beiden Ländern mitten in Tarifverhandlungen für bessere Arbeits- und Lebensbedingungen befinden, macht diese Solidarität umso wichtiger.”

Anschließend behandelt der Bundesvorstand die Notwendigkeit der Organisation innerhalb von Gewerkschaften: „So wie alle anderen Kollegen haben auch die aus der Türkei stammenden Arbeiter am eigenen Leib erfahren, dass Gewerkschaften die wichtigsten Organisationen für sie sind. Aus eigener Erfahrung wissen sie, dass sie sich zur Durchsetzung ihrer eigenen Interessen in Gewerkschaften organisieren müssen. Ob geregelte Arbeitszeiten oder das Recht auf Urlaubstage und Lohnfortzahlung im Kranheitsfalle, ob Urlaubsgeld oder Schichtzulagen, sämtliche Errungenschaften verdanken sie dem gewerkschaftlichen Kampf und insbesondere den Arbeitskämpfen der IG Metall. Deshalb kommt den Gewerkschaften nicht in nur in der Arbeitswelt, sondern in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens eine wichtige Bedeutung zu”.

Die Erklärung schließt mit dem Offenlegen der wahren Interessen der AD und einem Aufruf an die Arbeiter:

Die ADD, die heute Türkei-Stämmige zum Austritt aus der IG Metall aufruft, wurde 2016 von dem Unternehmer Remzi Aru gegründet. Nach eigenen Aussagen wollte sie eine Antwort auf die öffentliche Kritik in Deutschland an Erdoğan und der AKP sein. Deshalb hatte der türkische Präsident bei der Bundestagswahl 2017 Wählerinnen und Wähler mit türkischen Wurzeln zur Wahl von ADD aufgerufen.

Führende ADD-Mitglieder machen keinen Hehl aus ihrer Bewunderung für Erdoğan und lassen keine Gelegenheit aus, um Lobeshymnen auf ihn und die AKP anzustimmen. 95 % der Posten in der Parteiführung werden von Unternehmern und Mittelständlern besetzt. Das erklärt, worauf ihre arbeiterfeindliche Stellung zurückzuführen ist.

Wer heute die Türkei-stämmigen Gewerkschaftsmitglieder zum Austritt aufruft, fügt ihnen den größten Schaden zu. Denn wer kein Gewerkschaftmitglied ist, hat auch keinen Rechtsanspruch auf tarifliche Leistungen.

Deshalb ruft unsere Föderation Demokratischer Arbeitervereine (DIDF) die Türkei-stämmigen Arbeiterinnen und Arbeiter in Deutschland auf, der ADD & Co. nicht auf den Leim zu gehen und ihnen einen Strich durch die Rechnung zu machen. Lassen wir uns nicht gegeneinander ausspielen und machen wir uns gemeinsam für eine bessere Zukunft auch in Gewerkschaften stark!”