Metaller-Streik: Sieg oder Verlust für die Beschäftigten?

Die IG-Metall Baden-Württemberg und Südwestmetall einigen sich –

Die Warnstreiks waren gut vorbereitet und die Arbeiter*innen der Metall – und Elektroindustrie waren bereit für die erstmals angekündigten 24 – Stunden Streiks.

Doch kam es vor den 24 – Stunden Streiks schon zu einem Pilotabschluss zwischen der IG Metall und den Arbeitgeberverband Südwestmetall, der in den anderen Bundesländern wahrscheinlich in dieser Form übernommen wird.

Im Überblick

Für Januar bis März 2018 gibt es eine Einmalzahlung von 100€ und 70€ für Azubis. Ab dem 01.04.2018 erhöhen sich die Gehälter der Beschäftigten und die Ausbildungsvergütung um 4,3%. Zudem erhalten die Auszubildenden zusätzlich einen freien Tag vor einer Prüfung (fortlaufend).

Im nächsten Jahr gibt es keine prozentuale Steigerung der Gehälter. Ab Juli 2019 soll es eine Einmalzahlung von 400€ und für Azubis von 200€ geben, aber nur wenn es die wirtschaftliche Situation des Betriebs zulässt. Das heißt der Festbetrag könnte abgesenkt – sogar gestrichen werden.

Es wurde für 2019 auch ein tarifliches Zusatzentgelt in Höhe von 27,54% eines Monatsentgeltes vereinbart, dass von Schichtarbeitenden sowie Beschäftigten mit Kindern unter 8 Jahren sowie Pflegefällen auf acht freie Tage umgewandelt werden können. Nur zwei der freien Tage werden vom Arbeitgeber übernommen.

Als Erfolg wird gefeiert, dass ab 2019 Beschäftigte ihre Arbeitszeit individuell auf bis zu 28 Wochenstunden für mindestens sechs und maximal 24 Monate absenken können (ohne Lohnausgleich); nach maximal 24 Monaten können sich die Beschäftigten erneut entscheiden, ob sie in Vollzeit zurückkehren oder erneut ihre Arbeitszeit reduzieren. Dieser Anspruch gilt auch nur bei 2 Jahre Betriebszugehörigkeit und mit einer 10%-Grenze.

Das Ziel der IG Metall bezüglich der Arbeitszeitflexibilisierung für die Beschäftigten ist nicht ganz aufgegangen, denn die Arbeitgeber können im vergleichbaren Umfang auch mehr Arbeitsverträge bis zu 40 Wochenstunden abschließen, d.h. die 35- Stunden- Woche der Metall und Elektroindustrie existiert real nicht mehr wirklich. Es wurde nämlich eine Durchschnittsquote von 35,9 Stunden vereinbart, welches in einem Jahr nicht überschritten werden darf. Erst bei Überschreitung hat der Betriebsrat Mitbestimmungsrecht. Denn die fehlende Zeit eines Mitarbeitenden will der Arbeitgeber natürlich von einem oder mehreren Mitarbeitenden einholen [Bsp.: Ein Teilzeitarbeitnehmer 20h (15 Stunden weniger) ermöglicht 3 zusätzliche 40-Stünder (3×5 Stunden)].

Dies ist eine Aufweichung und ein Verlust der 35-Stunden-Woche.

Es gibt aber auch eine Quotenanhebung auf 30 Prozent per Betriebsvereinbarung, wenn ein Fachkräftemangel nachgewiesen werden kann. Es ist uns aber bewusst, dass es Betriebsräte gibt, die zu unternehmerisch denken. Deshalb ist diese Quotenanhebung eine einfache durchzusetzende Sache, welches auf die Lasten der Arbeitenden geht.

Dazu kommt noch, dass man die Quote für Technologiebereiche nochmal auf 50% erhöhen kann, wenn 50% der Beschäftigten in der Entgeltgruppe 12 (bisher EG14) oder höher eingestuft sind.