Amerikanische Schüler setzen sich für mehr Sicherheit ein

Sinem Yesil

US-Präsident Donald Trump forderte einst eine Verschärfung der Waffengesetze, doch nach einem Treffen mit dem Exekutivdirektor der NRA, Chris Cox, ändert sich seine Meinung schlagartig. Nach dem gemeinsamen Gespräch gab Cox via Twitter kund, Trump wolle „keine Waffenkontrolle“. Cox schrieb außerdem, dass US-Präsident und Vizepräsident Mike Pence das fortbestehende Recht auf Waffenbesitz unterstützen würden. Trump selbst berichtete ebenfalls über Twitter von einem „großartigen Treffen“ im Weißen Haus. Beide Seiten sind sich wohl einig für mehr Sicherheit an amerikanischen Schulen zu sorgen.

Der letzte Amoklauf hatte zur Folge, dass 17 Menschen, die sich am Tag des Ereignisses in der Schule befanden, erschossen wurden. Nun musste sich Trump von seiner guten Seite zeigen, denn sonst bestünde die Gefahr, dass sich hunderttausende von Jugendlichen gegen ihn und seine Politik stellen würden. Aus diesem Grund kam es nach dem Amoklauf zu einem Treffen mit Trump und den Überlebenden. Fragwürdig waren hierbei die Lösungsansätze des US-Präsidenten. Die Gewährleistung von Sicherheit an Schulen soll durch die Bewaffnung von Lehrern erfolgen und bewaffneten Lehrern soll ein Lohnzuschuss zustehen. Zudem sollen Schüler „abgehärtet statt verweichlicht“ werden. In einem Land, in dem jährlich über 30.000 Menschen durch Schusswaffen sterben, setzt der US-Präsident auf mehr statt weniger Waffen in Schulen.

Schüler der USA demonstrieren für mehr Sicherheit in Schulen:

Sam Zeif, ein 18-jähriger Schüler der „Marjory Stoneman Douglas High School“ äußerte sich bei dem Nachrichtensender CNN über das Treffen mit dem US-Präsidenten: „Er hat uns zugehört, aber er hat uns nicht gehört. Hauptsächlich, möglicherweise weil er nur Leute hört, die ihm Geld geben. Blutgeld. Das Blut meines Freundes und meiner Mitschüler. Mit dem Präsidenten werden wir nicht weit vorankommen.“ Sam Zeif war während seiner Aussage das Sprachrohr für viele weitere Jugendliche und Schüler der vereinigten Staaten. Die Überlebenden des Schulmassakers planten diesbezüglich eine Anti-Waffendemonstration, um ihre Wut, Trauer und Angst zum Ausdruck zu bringen. Am 24. März 2018 wurden diese Demonstrationen unter dem Namen „March for our lives“ in vielen amerikanischen Städten verwirklicht. In Washington alleine versammelte sich eine stolze Anzahl von 800.000 Menschen, um ein Zeichen gegen die Waffenlobby zu setzen. Die Jugendlichen hoffen darauf, dass die Protestaktionen publik gemacht und einen wichtigen Platz in der Tagesordnung der Zwischenwahlen im November einnehmen werden.

Trump reagierte auf die Anti-Waffendemos, indem er Justizminister Jeff Sessions verkünden ließ, man werde in Zukunft die sogenannten „Bump Stocks“ verbieten. Das sind Vorrichtungen die aus halbautomatischen Waffen vollautomatische, wie beispielsweise Maschinengewehre machen.

Die amerikanische Politik bleibt jedoch unverändert und trifft keine Beschlüsse für mehr Sicherheit für die eigene Zivilbevölkerung. Dies sorgt immer mehr für Unruhe unter den Bürgern und bringt sie dazu, die Interessen und Maßnahmen der Waffenlobby und des US-Präsidenten in Frage zu stellen.

Erst eine enorme Verschärfung der Waffengesetze, welche mehr Waffenverbote und Einschränkungen bei dem Erwerb von Waffen und Munition voraussetzt, wird es möglich machen Jugendlichen und Schülern der USA ein Leben in Sicherheit zu garantieren. Eine weitere Voraussetzung für mehr Sicherheit ist die Beendigung der Kooperation der US-Regierung mit dem NRA.