Die 11. Bundeskonferenz der DIDF-Jugend geht zu Ende

Unter dem Motto „Gute Arbeit, gute Bildung – für eine bessere Zukunft gemeinsam kämpfen!“ fand vom 23. bis 25. März die 11. Bundeskonferenz der DIDF-Jugend in Neuss statt. Mit rund 70 Delegierten aus ganz Deutschland, sowie Gästen aus anderen Organisationen, wurde die Konferenz erfolgreich abgehalten. Es wurde heiß diskutiert, kritisch reflektiert, geredet, gelacht und am Abend – gesungen und getanzt.

Die allgemeine politische Bewertung der vergangenen zwei Jahre bis hin zur Gegenwart, die zu Beginn der Konferenz durchgeführt wurde, regte viele Delegierte zur Beteiligung an den Diskussionen an. Inhalt der Diskussionen war unter anderem die soziale Situation vieler Jugendlicher, insbesondere derer mit Migrationshintergrund, der Rechtsruck in Deutschland, der NSU-Prozess, die Präsenz der Bundeswehr, Leiharbeit, prekäre Beschäftigung, Perspektivlosigkeit und der Krieg im Nahen Osten. So wurden Themen angesprochen, ausdiskutiert und bewertet, die die Lebensrealität der Jugendlichen in Deutschland am meisten betreffen. Die Analysen und Bewertungen, die aus den Diskussionen über die allgemeine politische Situation und den Belangen der Jugendlichen in Deutschland entstanden, bildeten den Grundstein der nachfolgenden Diskussionen.

Sie zeigten die Wichtigkeit des zukünftigen Kampfes auf, wie wichtig es ist sich zu organisieren und den Unmut, den wir haben, kollektiv auf die Straßen zu tragen.

Auch wurde die Arbeit in den einzelnen Orten kritisch reflektiert. Die Orte hatten die Möglichkeit ihre Erfolge, Misserfolge, Erfahrungen, Arbeitsweisen und ihre Ideen auszutauschen, um anschließend vor Ort gestärkter und motivierter zu agieren.

Weiterhin wurde die Kampagne „Kein Vergessen. Rassismus bekämpfen. NSU aufklären.“ beschlossen. Der Prozess gegen die Hauptangeklagte Beate Zschäpe neigt sich langsam aber sicher dem Ende zu. Die Abschlussplädoyers werden verlesen und dennoch gibt es unzählige offene Fragen bezüglich des NSU und ihren Verstrickungen mit dem Verfassungsschutz und den staatlichen Behörden. Die DIDF-Jugend hat es sich zur Aufgabe gemacht dieses Thema aktiv anzugehen. Durch Aktionen, Informationsveranstaltungen und Material, mit dem wir nach außen treten können, möchten wir über den Skandal der Behörden und der Justiz aufklären und das Thema an die Öffentlichkeit bringen. Am Tag der Urteilsverkündung (Tag X) wird auch die DIDF-Jugend bundesweit nach München mobilisieren, um vor dem Oberlandesgericht zu demonstrieren und lautstark Aufklärung zu fordern. Die Kampagne wird bis zum Sommercamp laufen.

Auch das diesjährige Sommercamp wurde auf der Konferenz vorgestellt. Unter dem Motto „United we fight against racism“ wird es vom 25.07 bis 05.08.2018 an der Südküste Frankreichs unter der prallen Sonne stattfinden. Die Vorfreude auf die bevorstehenden kämpferischen und einzigartigen 12 Tage in Grau d’agde war auf der Bundeskonferenz schon deutlich spürbar. Doch auch die Vorfreude auf die bevorstehende Zeit des gemeinsamen, kollektiven Kampfes war zu spüren.

Die Bundeskonferenz wählte für die kommenden 2 Jahre einen 13-köpfigen Bundesvorstand, der die politische Agenda der DIDF-Jugend, durch seine Diskussionen prägen wird.

Das Wochenende zeigte, dass die DIDF-Jugend inhaltlich gewappnet und politisch gestärkt und selbstbewusst ihre Arbeit fortführen wird. Jetzt liegt es an den einzelnen Orten, diese Motivation und kämpferische Stimmung, aber auch die Inhalte und die Diskussionen in die lokale Arbeit rein zutragen.

Siliya Cicek