Im Streikzelt ins neue Jahr

Seit über zwei Monat dauere der Arbeitskampf bei dem Verpackungshersteller Neupack an. Die Verhandlungen über einen Tarifvertrag zwischen Gewerkschaften und der Geschäftsleitung des Familienbetriebs sind, wegen der starren Haltung der Geschäftsleitung in Stocken geraten. Seit dem 1. November befindet sich ein Großteil der rund 230 Mitarbeiter umfassenden Belegschaft von Neupack in der Hamburger Hauptniederlassung und dem Zweitwerk in Rotenburg (Wümme) im Ausstand. Ihre Forderung ist ein Tarifvertrag. Was als kleine Auseinandersetzung bei einem Familienbetrieb begann, beschäftigt inzwischen sogar den Bundestag: So hat Artus‘ Parteikollegin, Sabine Zimmermann, als Vorsitzende des Bundestagsausschusses für Arbeit und Soziales einen Brief an die Neupack-Führung geschrieben. Darin bittet sie um Aufklärung, warum es dem Unternehmen bisher nicht möglich war, der Forderung der Gewerkschaft IG BCE nach einem Tarifvertrag nachzukommen.  Nicht nur in Hamburg und Rotenburg, sondern Bundesweit wächst die Kritik gegen die Unternehmensleitung. Die Beschäftigten bekommen mit jedem Tag mehr Solidarität. In den Weihnachtstagen wurden die Streikenden von mehreren Delegationen aus unterschiedlichen Betrieben, unter andern der Airbus und Still besucht. Auch die Unterstützung der Föderation der Demokratischen Arbeiter Vereine (DIDF), geht unvermindert weiter. Seit beginn an solidarisiert sich DIDF sowohl in Hamburg wie auch Bundesweit mit den Streikenden. Die Solidaritätserklärung der Bundesvorsitzenden Özlem Alev Demirel, in der noch einmal betont wird, dass die Solidarität der DIDF weitergehen wird, wurde von den Beschäftigten mit Freude aufgenommen. Die Mitglieder des Bundesverbandes der Migrantinnen in Deutschland machten mit ihrem Besuch ebenfalls deutlich, daß sie diesen Streik bis zum Ende unterstützen werden. Die Weihnachtsfeier der Neupackbeschäftigten wurde von der Gruppe Peperoni und das Duo Cetin- Ali  Temiz musikalisch begleitet. Murat Günes (Betriebsrat) erklärte gegenüber Neues Leben, dass die Beschäftigten ihren Kampf auch 2013 fortführen werden.