Gegenproteste zum AfD Bundesparteitag

Sibel Atilgan

Die AfD hat sich in den letzten Jahren radikalisiert, gewinnt weiter an Einfluss und die Partei kann nahezu ungehindert auf immer mehr Kanälen ihre menschen- und lebensfeindlichen Positionen vertreten.

Im letzten Jahr sind mit der AfD, erstmalig seit Jahrzehnten, radikal rechte Kräfte in den Bundestag eingezogen. Nun wollen sie dieses Jahr in Bayern den Einzug in den Bayerischen Landtag schaffen und haben bewusst Bayern als Austragungsort des Bundesparteitages gewählt.

Deshalb waren am 30. Juni auch rund 6000 Menschen in Augsburg und haben gegen den Bundesparteitag der AfD protestiert. Laut der Polizei gab es nur kleinere Auseinandersetzungen. Demonstranten hätten versucht, über die Absperrungen zu klettern und sie wurden von Polizeibeamten durch Drücken und Schieben daran gehindert. Gegen drei Demonstranten wurde auch Pfefferspray eingesetzt und zwei wurden leicht verletzt. Trotzdem setzten die Demonstranten ein Zeichen, mit ihren kreativen Schildern und ihrer Lautstärke, gegen die AfD und deren Politik. Ansonsten lief die Demonstration friedlich, bunt und laut ab.

Die Polizeipräsenz war sehr hoch und insgesamt waren 2000 Polizeibeamte in Augsburg im Einsatz. Bei der Rede von Oberbürgermeister Kurt Gribl kam es zu einem Zwischenfall, er wurde von Teilnehmern mit Eiern und Tomaten beworfen. Etwa 20 Antifa-Aktivisten versuchten ihn an seiner Rede zu hindern und wurden von Sicherheitsleuten und der Polizei zurückgedrängt.

Zeitgleich fand am Augsburger Königsplatz eine Dauer-Kundgebung der Pegida statt. Insgesamt zehn Mitglieder der Pegida demonstrierten für den AfD-Parteitag. Dazu ist anzumerken, dass 100 Polizeibeamte zu deren Sicherheit am Königsplatz bereit standen. Den Einsatzkräften waren 100 Sicherheitskräfte nicht genug, was dazu führte, dass zusätzlich ein doppelter Ring aus Absperrgittern für ihren Schutz aufgebaut wurde.

An der Anzahl der Teilnehmer der Demonstration gegen Rassismus jeglicher Art und an dem Spektrum der sich beteiligenden Organisationen und Parteien kann geschlossen, dass sich die Gesellschaft gegen die Politik der rechtspopulistischen Partei stellt.