Stadteilfest Hamburg Dulsberg gegen Rassismus

Am 8. September 2018 veranstaltete der Arbeiter- und Jugendverein Hamburg zum ersten Mal das Dulsberger Stadtteilfest „Gegen Rassismus, für Solidarität“. An dem Stadtteilfest in Dulsberg nahmen über den Tag verteilt 500 Menschen teil.

Die Initiative ging von der DIDF aus, die den Vorschlag machte, im Stadtteil Dulsberg ein solches inhaltlich-politisches Fest zu veranstalten. Viele lokalen und migrantische Institutionen und Initiativen im Stadtteil nahmen den Vorschlag dankend an. Auch wenn es seitens der Institutionen, Initiativen und Geschäftsinhabern am Anfang viele Bedenken gab, entschied man sich, die Initiative zu greifen. Vor dem Fest wurde eine deutsche und türkische 20-seitige Broschüre herausgegeben, die verschiede soziale Probleme behandelt. Im Stadtteil, in dem 17 Tausend Menschen leben, gab es kaum mehr jemanden, der nicht vom Stadtteilfest mitbekommen hat.

Auf dem Stadtteilfest wurde zu Beginn des Programms eine Podiumsdiskussion zu Wohnungsnot und hohen Mieten durchgeführt. Ein Problem, das in Dulsberg besonders schwer wiegt. An der Diskussion nahmen Marc Meyer (Mieterverein Hamburg, Initiative Mieter helfen Mieter) und Deniz Celik (Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft) teil. Die Podiumsdiskussion wurde von Dilan Baran moderiert. Marc Meyer unterstrich in seinen Beiträgen besonders die Strategie der Immobilienkonzerne durch Sanierungen der Wohnungen hohe Mietsteigerungen durchzuführen und damit den bezahlbaren Wohnraum immer weiter zu vermindern. Deniz Celik zeigte noch einmal auf, dass der Senat zwar dafür sorgen würde, dass jährlich 10 Tausend neue Wohnungen in Hamburg entstehen, aber davon nur ein Drittel in den sozialen Wohnungsbau fließen würden. Diese Wohnungspolitik deckt den Bedarf nicht mal annährend. Besonders der Stadtteil Dulsberg ist von dieser Entwicklung stark betroffen. Angelika Traversin, Mitglied der Bezirksversammlung Hamburg-Nord, rief die Bevölkerung noch einmal dazu auf sich in Mieterinitiativen zusammenzufinden und sich gegen diese Entwicklung zu wehren.

Im Anschluss an die Podiumsdiskussion gab es ein vielfältiges Programm. Neben den Gruppen RAP!fugees (Hip-Hop), Djangonauten (Gypsy-Jazz), Gruppe Mihman (türkische und kurdische Volksmusik), Fufu Afrika Folks (afrikanische Musik) trat als Höhepunkt des Abends die Gruppe Luxus aus der Türkei auf. Gleichzeitig gab es neben dem Bühnenprogramm auch ein Angebot für Kinder, von einer Hüpfburg bis andere Spielmöglichkeiten. Dazu haben weitere Institutionen und Initiativen Informationsständen aufgestellt.

Aber auch an politischen Nachrichten hat es nicht gemangelt. In Namen der DIDF Hamburg sprach Sedat Kaya zu den Besuchern des Stadtteilfestes und erinnerte daran, dass nicht nur Migranten, sondern auch deutsche Werktätige von Rassismus und Krieg betroffen sind. Kaya rief dazu auf, auch im Stadtteil Dulsberg weiter Schulter an Schulter zu stehen und gemeinsam gegen Rassismus im Stadtteil und für ein besseres Leben zu kämpfen. Deniz Celik hielt eine Rede auf Türkisch und unterstrich noch einmal, das man durch das Stadtteilfest die Solidarität im Stadtteil zu stärken um die Probleme im Stadtteil effektiver bekämpfen könne. Emre Ögüt sprach im Namen der DIDF-Jugend und wies darauf hin, dass nicht die Migranten, sondern die deutschen Banken und Großkonzerne und ihre Bundesregierung, für diese soziale Schieflagen verantwortlich sind und Armut Schaffen würden.

Das Stadtteilfest ging bis in die späten Abendstunden weiter, viele Nachbarinnen und Nachbarn äußerten noch einmal ihr Gefallen am Stadtteilfest und ihren Wunsch, sich im nächsten Jahr daran zu beteiligen. Ein Vertreter des Stadtteilbüros Dulsberg besuchte das Fest und schlug vor, dieses Fest in Zukunft gemeinsam zu organisieren.