IG BAU fordert Freilassung inhaftierter Beschäftigter

Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) fordert die türkische Regierung auf, die Arbeitsbedingungen auf der Baustelle des dritten Istanbuler Flughafens umgehend zu verbessern und alle inhaftierten Beschäftigten sowie ihre gewerkschaftlichen Vertreter sofort freizulassen. Insbesondere fordert die IG BAU die sofortige Freilassung des Vorsitzenden der Baugewerkschaft Dev-Yapı-İş, Özgür Karabulut.
Einen entsprechenden Appell haben der IG BAU-Bundesvorsitzende Robert Feiger und der Stellvertretende IG BAU-Bundesvorsitzende Dietmar Schäfers heute an den Präsidenten der Türkei, Recep Tayyip Erdoğan, gerichtet. In einem gemeinsamen Schreiben betonen sie ihre „große Sorge um die Beschäftigten, die auf der Baustelle des dritten Istanbuler Flughafens tätig sind.“ Berichte über sehr schlechte Arbeitsbedingungen erreichen die IG BAU. Es gebe wegen mangelnder Sicherheitsvorkehrungen tödliche Arbeitsunfälle, die hygienischen Bedingungen in den Unterkünften seien menschenunwürdig und die Arbeiter würden nicht pünktlich bezahlt. Zudem werden Arbeiter massiv unter Druck gesetzt.
„Wir begrüßen sehr, dass die Republik Türkei alle Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation ratifiziert hat. Diese international anerkannten Mindeststandards bei der Arbeit wie die Vereinigungsfreiheit und auch die Menschenrechte müssen in der Türkei umfassend geschützt und durchgesetzt werden“, heißt es in dem Brief weiter. Es sei das Recht der Beschäftigten, sich gegen schlechte Arbeitsbedingungen zu wehren. Die IG BAU verurteilt die gewaltsame Verhinderung von Protesten und die Inhaftierung von Beschäftigten und ihrer gewerkschaftlichen Vertreter. Dies gilt insbesondere für Özgür Karabulut von der Baugewerkschaft Dev-Yapı-İş. Die IG BAU appelliert an die türkische Regierung, die Arbeitsbedingungen auf den Baustellen zu verbessern und alles dafür zu tun, damit Arbeitsunfälle vermieden werden.