Kölner Schüler solidarisieren sich im Hambi

Yekta Calli

Am Freitag, den 12. Oktober 2018, organisierte eine Initiative aus Schülern aus Köln und Umgebung, innerhalb von zwei Wochen, einen Ausflug für Schüler in den Hambacher Forst. Die Intention dahinter war es, die Schüler für Umweltschutz zu sensibilisieren, sich mit den Waldbesetzern zu solidarisieren, gegen die Rodungen zu demonstrieren und die Schüler zu politisieren.

Es kamen 250 Menschen zur „Hambifahrt“, die sich bei Tagesanbruch am Kölner Hauptbahnhof trafen. Die Stimmung war durchweg sehr angespannt, da das Verhindern der Rodung des Hambacher Waldes jedem der Anwesenden ein wichtiges Anliegen ist.
Der Kampf um den Hambacher Forst ist in vielen Teilen zu einer Kapitalismuskritik geworden.

Diese These wurde von den Schülern in drei verschiedenen Workshops diskutiert und am Ende fanden alle ein und denselben Konsens. Die Meinung, dass eine nachhaltige Energiepolitik im Kapitalismus nicht möglich ist, teilten viele.
In einem Workshop ging es um die Geschichte des Waldes und es wurde ein Bericht zur sechsjährigen Besetzung vorgetragen. Die Schüler kamen zu dem Beschluss, dass die Besetzung notwendig ist und dass der Kampf fortgesetzt werden muss. Die Teilnehmer des Workshops hielten es für widersprüchlich, dass in Berlin der Kohleausstieg beschlossen wird, aber gleichzeitig der Wald gerodet wird. Für die meisten Menschen, die sich für eine gerechte und nachhaltige Klimapolitik einsetzen, ist der vergebliche Kohleausstieg eine Farce, um die Menschenmassen, die tagtäglich für Klimagerechtigkeit und Kohleausstieg demonstrieren, ruhig zu halten.
Dort gab einen Beitrag zu der Geschichte des globalen Umweltschutzes und anschließend eine Diskussionsrunde über eine effektive Strategie des Umweltschutzes. Der Grundidee, dass die Welt endlich ein nachhaltiges System braucht, in dem alle Menschen gleichberechtigt leben können, wurde zudem in großen Teilen zugestimmt. Es wurden alternative Möglichkeiten des gesellschaftlichen Zusammenlebens vorgestellt, die sich nach Meinung der Kursteilnehmer als weitaus vorteilhafter für die Menschen herausstellten könnten. Es erschien den Schülern nicht logisch ein ,,System’‘ zu unterstützen, das ihnen, ihrer Meinung nach, in gewissen Bereichen ihres Lebens schadet.

In einem Workshop wurde über die gesellschaftlichen Bedingungen diskutiert, in der eine erfolgreiche Energiepolitik möglich ist. Der Großkonzern RWE droht den Arbeitern mit einer fristlosen Kündigung, wenn diese die Rodungen nicht fortführen. Die Bedingungen unter der die Menschen arbeiten, sowie mögliche Auswirkungen, welche die Kündigungen auf die Arbeiter haben können, werden zu oft vernachlässigt.

Die Schüler wurden von den Waldbesetzern durch den Wald geführt, wobei auf die Polizeigewalt aufmerksam gemacht wurde, die die Waldbesetzer tagtäglich zu spüren bekommen. Weiterhin wurde aufgezeigt, wie sehr der Wald durch die Grundwasserentnahme durch RWE zerstört wird. Zum Ende des Waldspaziergangs wurde der riesige Tagebau gezeigt. Es wurde über ein Reh berichtet, das durch den riesigen Tagebau lief und völlig orientierungslos schien. Dieser Anblick gab den Menschen die Bewusstheit, dass einiges auf der Welt falsch läuft und dass wir etwas ändern müssen, um in einer besseren Welt zu leben.

Nach der Hambifahrt entschlossen sich die meisten mehr für eine andere und hoffentlich bessere Welt zu tun, damit die Menschen, die Tiere und die Natur, in der wir leben, nicht mehr zerstört, gequält, misshandelt, ausgenutzt und ausgebeutet wird.
Die Generation der Schülerschaft, meine Generation, setzt sich für unsere Zukunft ein und fordert die Menschen auf, nicht über ihre Verhältnisse zu leben und etwas für die Welt von morgen zu tun. Dazu reicht es jedoch nicht eine Partei zu wählen, welche sich Klimaschutz zum Parteiprogramm macht. Es muss aktiv Widerstand geleistet werden. Die Schüler sind die Zukunft und wollen später nicht ums Überleben kämpfen müssen, sondern leben.