Pest, Syphilis und Cholera

Endlich hat auch Angela Merkel verstanden, dass es so nicht mehr weitergeht und musste kapitulieren. Sie wird im Dezember nicht mehr als Parteivorsitzende der CDU kandidieren, ihre Kanzlerschaft möchte sie dennoch noch zu Ende bringen, solange es geht. Die Nachricht, unmittelbar nach der Hessenwahl veröffentlicht, provozierte schon Jubelschreie aus allen Ecken. Eine Erleichterung ging durch die Republik. Halleluja, Mutti hört auf!

12 Kandidaten wollen nun Merkels Nachfolgerschaft antreten, 3 von ihnen mit Aussicht auf Erfolg: Der jüngste ist der Gesundheitsminister Spahn, der mehr Schlagzeilen mit seinen Harzt-IV Sprüchen gemacht hat, als mit konstruktiven Vorschlägen bezüglich Alter, Rente oder Gesundheit, dem Ressort, was er in der Regierung inne hat. Ihm wird angemahnt, vielleicht noch zu warten, denn er hat mit seinen 38 Jahren noch genug Zeit, um später Mal zum Zug zu kommen. Er könnte der Wunschkandidat der SPD sein, denn durch seine polarisierenden Worte gegen Arbeiter und Arbeitslose könnte er ihr helfen, ihr „soziales Profil“ wiederentdecken. Na ja, eigentlich nicht! Diesen hat die SPD schon längst abgeworfen und von dem sozialliberalen Touch ist nur noch die Nostalgie übrig geblieben. Diese Lücke konnten die Grünen bisher erfolgreich füllen und fühlen sich nun als Partei der Besserverdienenden, Kleinbürger und der Mitte.

Als aussichtsreichste aber auch stark polarisierende Kandidatin wird CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer („AKK“) gehandelt. Sie gilt als Treue Gefährtin von Angela Merkel ohne eigenes Profil und könnte der Wunschkandidat der AfD sein, da sie vermutlich direkt da weitermachen würde, wo Merkel aufhören musste. Somit sehnt sich die AfD nach AKK, um nicht eventuell einen Teil von der CDU gewonnenen Wähler wieder an diese zu verlieren. Nichts desto trotz hat AKK bei allen sozialen Angriffen, Kriegen und Entscheidungen der Bundesregierung mitgewirkt und würde für die Regierung lediglich ein „weiter so“ bedeuten.

Ebenso überraschend aber auch mit sehr guten Chancen ist Friedrich Merz ins Rennen gestiegen. Nach 10 Jahren „Politikabstinenz“ kehrt er auf die politische Bühne zurück. Und er könnte der Wunschkandidat der Eliten sein. Denn wo war Merz 10 Jahre lang, von wessen Hand aß er, was tat er? Er war Vorsitzender des Think Tanks „Atlantikbrücke“, in Aufsichtsräten von Immobilienunternehmen, Versicherungen, Banken sowie dem Finanzverwalter BlackRock mit einem geschätzten Honorar von ca. 180 Millionen Euro und schrieb Bücher wie „Mehr Kapitalismus wagen“. Schon zu seinen aktiven Zeiten setzte er sich stark für Kürzungen der Sozialleistungen ein und steht voll und ganz hinter den Hartz-Gesetzen, die er gerne noch weiter verschärfen würde. Somit ist er sicherlich der Wunschkandidat des Kapitals, um den Reichen noch mehr Reichtum zu bescheren und die Armen noch weiter klein zu kriegen.

Egal, wer von den Kandidaten das Erbe von Merkel auch antreten wird, wird die Person sicherlich keine Politik für das „Volk“ machen, sondern die Verteilung des Wohlstandes und Reichtums von unten nach oben fortsetzen. Eine Volkspartei war die Union nie, aber die Richtung die sie einschlagen wird, wird Europa und Deutschland stark beeinflussen!